Unbegleitete Minderjährige aufzunehmen ist konkrete Willkommenspolitik.  
+
Unbegleitete Minderjährige aufzunehmen ist konkrete Willkommenspolitik.  

Aufnahme von Geflüchteten

Die Koalition der Willigen stößt beim Innenminister auf eine Mauer des Schweigens

  • Jan Sternberg
    vonJan Sternberg
    schließen

Es hilft, wenn Städte und Kommunen zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen wollen und damit die humanitäre Katastrophe in den Lagern lindern. Der Kommentar.

Nach dem „Königsteiner Schlüssel“ werden Finanzströme und Flüchtlinge zwischen den Bundesländern verteilt, die dann Quoten für die Kommunen festlegen. Jeder soll gerecht profitieren, jeder sich an den Lasten beteiligen. Doch ein System, das Menschen als Lasten wahrnimmt, ist überfordert, wenn Einzelne das anders sehen.

Wenn Kommunen sagen „Wir schaffen noch mehr“, wie etwa Bonn, Köln und Düsseldorf 2018. Wenn Stadtparlamente und Oberbürgermeister jetzt erneut Hilfe anbieten, um die humanitäre Katastrophe in den Flüchtlingslagern der griechischen Inseln zu lindern. Das haben Potsdam und 119 andere Kommunen vom „Bündnis Sichere Häfen“ jetzt erneut betont – und zugleich beklagt, dass sie beim Bundesinnenministerium auf eine Wand des Schweigens stoßen.

Die selbsternannte Koalition der Willigen betreibt in gewisser Weise Symbolpolitik. Fünf, zehn, zwanzig unbegleitete Minderjährige aus griechischen Lagern pro Stadt aufzunehmen aber hilft jenseits des Symbols ganz real. Es ist konkrete Willkommenspolitik.  

Kommentare