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Höchste Zeit, endlich nicht nur Symptome des Klimawandels zu bekämpfen, sondern Vorsorge zu treffen.

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Klimawandel - Eine Katastrophe, die die ganze Menschheit betrifft

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Brennende Fragen und Wälder überschatten das Christfest und den Jahreswechsel. Aber der Weltfrieden soll militärisch gesichert werden, nicht durch Klimaschutz. Die Kolumne

Sie feiern ihre Siege nicht, die Regierungen, welche auf dem Klimagipfel in Madrid ihr Ziel erreicht haben, nämlich wirksame Beschlüsse zum Klimaschutz zu verhindern. Weder die Hitzetoten des vergangenen Jahres noch die derzeitigen verheerenden Waldbrände haben bei den Delegationen von Japan, USA, Brasilien und Australien zu mehr Engagement im Klimaschutz geführt.

Ausgerechnet also jene drei Länder, deren Waldbrände vor Ort gerade in diesen Tagen katastrophale Folgen zeitigen und weltweit Besorgnis erregen. Und wieder einmal Japan, das trotz des Super-GAUs von Fukushima und gegen den Willen von inzwischen großen Teilen der Bevölkerung stur auf Atomkraft setzt, entgegen allen globalen Appellen weiter Wale jagt und im Klimaschutz nur leere Versprechungen macht.

Australien: Buschfeuer durch Klimawandel

Man kann es sich natürlich so leicht machen wie der australische Premierminister Scott Morrison. Der stellt lapidar fest, die Buschfeuer seien nicht durch menschengemachten Klimawandel verursacht. Schuld daran sei die Dürre. Schon klar, aber wodurch ist die verursacht?

Und wer in seinem Land für Klimaschutz protestiere, sei ein Wirtschaftssaboteur. Solche Proteste will er verbieten. Statt das Klima zu schützen also lieber die Demokratie abschaffen? Da ist es nicht nur der Rauch, der den Bewohnern von Sydney die Tränen in die Augen treibt.

Klimawandel: Vorsorge statt Bekämpfung der Symptome

Die tapfere australische Feuerwehr erweist sich zunehmend als hilflos. Das strategisch richtig gedachte Anlegen eines Gegenfeuers, um einem der größten Brände kontrolliert Flammennahrung zu entziehen, geriet außer Kontrolle und wurde selbst zum Großbrand.

Da wäre es doch höchste Zeit, endlich nicht nur Symptome des Klimawandels zu bekämpfen, sondern Vorsorge zu treffen. Hat Australien denn einen Wehretat von fast 25 Milliarden US-Dollar im Jahr, um sich vor Angriffen feindlicher Nationen zu schützen oder gar selbst Angriffskriege führen zu können? Nein, das ist Vorsorge. Mit den Militärausgaben soll Vorsorge getroffen werden, falls man angegriffen wird. Und um potenzielle Aggressoren abzuhalten. Diese Logik verfolgen viele Staaten der Erde, auch Deutschland.

Klimawandel: Wetterextreme werden zur Normalität

1,8 Billionen Dollar Militärausgaben weltweit als Vorsorge zur Friedenssicherung? Und dann so wenig Vorsorge bei einer Katastrophe, welche die gesamte Menschheit bedroht und alle Staaten treffen wird?

Es ist wohl doch eher so, dass es einigen Ländern mit ihren Wehretats darum geht, sich eine wirtschaftliche und weltpolitische Vormachtstellung zu sichern. Friedensschutz ist da ein schöner Deckmantel. So als ob es Frieden geben könnte, wenn Hunger, Mangel an fruchtbaren Böden, biologischer Vielfalt und Wasser globale Flüchtlingsströme antreiben und Wetterextreme zur Normalität werden.

Aus dem Bundesumweltministerium kamen schon vor dem Klimagipfel warnende Stimmen vor zu großen Erwartungen. Erfahrene Verhandlerinnen und Verhandler ahnten, was sie in Madrid erwartet. Gerade der missratene Gipfel wäre jetzt ein guter Anlass für Deutschland, voranzugehen im Klimaschutz. Denn auf ein entschlossenes Handeln der Weltgemeinschaft können wir nicht zählen.

Eine weitere Kolumne von Manfred Niekisch handelt von den Vorsätzen fürs neue Jahr: Nach Weihnachten rücken alljährlich gute Vorsätze für das neue Jahr ins Blickfeld. Manche davon könnten zu kollektivem Handeln führen und schnell tragfähig werden.

Wenn wir globale Gerechtigkeit wollen, ist nicht nur die Frage „Wie viel ist genug?“ unumgänglich – wir werden auch Debatten führen und Konflikte austragen müssen.

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