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Polizeieinsatz bei der Klimastreik-Demo in Hamburg. 

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Klimastreik-Demo in Hamburg - völlig unnötige Polizeigewalt 

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Die Polizei in Hamburg hat mit äußerster Brutalität eine Brücke bei der Klimastreik-Demo in Hamburg geräumt. Unzulässig und unnötig, findet FR-Chefredakteur Thomas Kaspar.

Die Szenen schockieren. Ein Polizist nimmt einen Jugendlichen von hinten in den Schwitzkasten, zwingt ihm den Kopf an seine Brust gepresst zur Seite. Zwei uniformierte Kollegen treten an die Seite des Sitzblockierers und spreizen die Arme. Dann setzen sie an den Fingern einen Kipphandhebel an und drehen die Hände auf den Rücken. 

Falsch ausgeführt, kann diese Technik die Hand schwer verletzen, zum mindestens ist sie höchst schmerzhaft. Im Aikido und anderen Kampfsportarten kennt man diese Handtechniken. Da sie so schmerzhaft sind, verlangen sie viel Übung, strenge Rahmenbedingungen und dürfen nicht von Anfängern geübt werden.

Die Youtube-Videos von der Klimastreik-Demo erinnern an gezielte Folter

Dieses brutale Vorgehen der Polizei in Hamburg an der Räumung der Lombardsbrücke ist in zahlreichen Videos dokumentiert. Die Bilder dokumentieren, dass die Polizei den Schmerzgriff sehr bewusst eingesetzt hat. Einige der Polizisten haben ihn offensichtlich noch nie angewendet und eine Beamtin erklärt ihn am lebenden Objekt, korrigiert den Kollegen, bis die junge Frau mit schmerzverzerrtem Gesicht weggeführt wird. 

Die Bilder erinnern manche Kommentatoren an gezielte Folter.

Die Technik, die Polizisten auf der Klimastreik-Demo angewendet haben, muss verboten werden

Empörend und durch nichts zu entschuldigen ist dieses Vorgehen deswegen, weil tausende Polizisten am Rande der Demos zum Weltklimastreik gezeigt haben, wie es auch gehen kann: Deeskalierend wirken, den passiven Widerstand ruhig und schmerzfrei auflösen. 

Das Vorgehen der Hamburger Polizei muss untersucht und aufgeklärt werden. Die Polizeiführung, die ein solches Vorgehen angeordnet hat, muss zur Verantwortung gezogen werden. Solche Techniken müssen verboten werden. Das darf nicht die Antwort des Staates auf friedlichen Protest sein. 

Von Thomas Kaspar

Der Klimastreik in Frankfurt - die FR ist dabei

Millionen Menschen waren am Freitag weltweit auf der Straße, um für ein besseres Klima zu demonstrieren. Auch die Frankfurter Rundschau beteiligte sich den Protesten. Aktivistinnen und Aktivisten von „Fridays for Future“ übernahmen am Freitag die Zeitung - und erklären auf 29 Seiten ihre Ziele. Die Sonderausgabe der FR gibt eshier als Download.

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