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Vielerorts sind die Folgen der Erderwärmung zu spüren. 

Weltklimakonferenz COP25

Klimawandel - in vielen Regionen Realität

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Beim Kampf gegen den Klimawandel kommt es immer auf die Verhältnisse vor Ort an. Jede Hilfe muss sich daran orientieren. Der Gastbeitrag. 

„Time for action is now!“ – „Jetzt ist die Zeit zu handeln!“ – Unter diesem Motto steht die Weltklimakonferenz COP25, die am kommenden Montag in Madrid beginnt. Doch wo stehen wir heute beim Klimaschutz, und welchen Herausforderungen müssen wir uns stellen, um auf internationaler Ebene in den besonders betroffenen Regionen voranzukommen?

Wo Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen und wo sie reduziert werden, spielt für das Klima keine Rolle. Wichtig ist, dass die weltweiten Emissionen insgesamt abnehmen. Aktuell steuern wir auf eine Erwärmung von weit über drei Grad Celsius zu. Allerdings darf die Temperatur nicht um mehr als 1,5 Grad ansteigen, um die Folgen des Klimawandels noch beherrschen zu können. Jedes Grad darüber kann die Menschheit teuer zu stehen kommen.

Klimawandel mit passgenauen Ansätzen begegnen

In Anbetracht der Herausforderungen und der sehr unterschiedlichen Bedingungen in Entwicklungs- und Schwellenländern wird deutlich: Man muss dem Klimawandel mit passgenauen Ansätzen und Instrumenten begegnen. In Regionen, in denen Menschen von der Landwirtschaft leben, geht es um Ernährungssicherung durch den Wandel zu einer klimafreundlichen Landwirtschaft und den Erhalt von Wald und Böden. In anderen Regionen geht es vorrangig darum, Anreize für erneuerbare Energien sowie eine CO2-neutrale Wirtschaft und Gesellschaft zu setzen. Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, welchen Platz Klimaschutz auf der politischen Agenda einzelner Länder einnimmt.

Die möglichen Handlungsfelder sind breit gefächert. Gemeinsam mit Partnern vor Ort – ob Regierungseinrichtungen auf staatlicher oder kommunaler Ebene, Zivilgesellschaft oder Wirtschaftsunternehmen – gilt es, Lösungen für klimafreundliche Veränderungen zu finden.

Hier lesen Sie alles zu den globalen Klimaprotesten

Wirksamkeit und messbare Verbesserungen sind die Voraussetzung aller Tätigkeiten: Veränderungen der gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Mexiko haben dazu beigetragen, dass heute zusätzlich 2,4 Millionen mexikanische Haushalte mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden. So konnten in Mexiko innerhalb der letzten acht Jahre mehr als 81 000 energieeffiziente Wohnungen gebaut werden. Allein dadurch wurden neun Millionen Tonnen CO2 eingespart. Diese Beispiele haben Vorbildcharakter und zeigen: Die Energiewende kann gelingen.

Klimawandel in vielen Regionen Realität

Viele Entwicklungsmaßnahmen zielen auf wachsende Städte ab. Nicht weniger bedeutend ist aber auch ländliche Entwicklung, wenn es um Klimaschutz geht: Wälder und Böden zu erhalten, gehört zu den effizientesten Möglichkeiten, CO2 zu speichern. Deshalb ist es wichtig, Abholzung und Zerstörung von Artenvielfalt in Wäldern vorzubeugen, indem man beispielsweise Dorfgemeinschaften darin unterstützt, Landwirtschaft zu betreiben, ohne dafür Wälder zu zerstören, und Holz nachhaltig zu nutzen. Denn allein durch Waldzerstörung werden etwa elf Prozent der globalen CO2-Emissionen verursacht.

Die genannten Maßnahmen dienen dem Schutz des Klimas. Doch häufigere und stärkere Hochwasser und Überschwemmungen zeigen, dass der Klimawandel in vielen Regionen schon heute Realität ist. Mit Hilfe von Hochwasserschutz und Frühwarnsystemen kann man hingegen schwerwiegende Schäden und Ernteverluste verhindern. Bisher hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH weltweit 14 Millionen Menschen dabei unterstützt, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen und somit ihren Lebenserhalt zu sichern – im Auftrag der Bundesregierung.

Klimaschutzbemühungen müssen gesteigert werden

Die Beispiele zeigen: Um nachhaltig zu wirken, müssen Lösungen zu den unterschiedlichen Standorten und politischen Systemen passen – und die Interessen und Bedürfnisse der verschiedenen Akteure berücksichtigen. Das ist auch ein zentraler Aspekt des Pariser Klimaabkommens, welches die stetige Steigerung der Klimaschutzbemühungen aller Unterzeichnerländer vorsieht, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Diese Klimaschutzbemühungen noch zu steigern, wird auch in Madrid im Zentrum der Diskussionen stehen. Hierzu leistet die GIZ einen Beitrag, indem sie unterschiedliche Regierungen und Städte in der Umsetzung und Steigerung ihrer nationalen Klimabeiträge berät. Denn der Klimaschutz ist seit vielen Jahren ein überaus wichtiges Arbeitsfeld in der internationalen Zusammenarbeit – und wird an Bedeutung gewinnen.

Jörg Linke leitet das Kompetenzzentrum für Klimawandel bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Zuvor hat er in unterschiedlichen Ländern für die GIZ gearbeitet.

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