Kommentar

Weg mit der Kirchensteuer

  • Tim Szent-Ivanyi
    vonTim Szent-Ivanyi
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Es ist immer weniger zu rechtfertigen, warum der Staat, der im Grundgesetz die Religionsfreiheit garantiert, über die Finanzämter Abgaben für die Kirchen eintreibt. Ein Kommentar.

Den beiden christlichen Kirchen brechen in der Pandemie die Einnahmen weg. Da die Kirchensteuer der Mitglieder an die Einkommen gekoppelt ist, fehlen zig Millionen. Diese Krise sollte Anlass sein, endlich über Alternativen nachzudenken. Mit den Babyboomern geht bald eine zahlungskräftige Generation von Gläubigen in Rente, zudem sinkt die Zahl der Kirchenmitglieder.

Auch deshalb ist immer weniger zu rechtfertigen, warum der Staat, der im Grundgesetz die Religionsfreiheit garantiert, über die Finanzämter Abgaben eintreibt. Neue Modelle zu finden, ist im Interesse der Kirchen selbst. Vorschläge gibt es genug, etwa ein reines Spendenmodell oder ein weiter entwickeltes Beitragssystem.

Absurd ist hingegen der Vorschlag des linken Ministerpräsidenten von Thüringen, Bodo Ramelow, der die Kirchensteuer durch eine Kultursteuer für alle Bürger ersetzen will. Eine derartige Staatsfinanzierung wäre nicht nur ein glatter Verstoß gegen das Grundgesetz, denn dort ist eine „Staatskirche“ ausgeschlossen. Religion prägt unsere Kultur. Aber sie ist nicht die Kultur, sondern Privatsache.

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