Kinderreport

Kinderrechte ernst nehmen

  • Tobias Peter
    vonTobias Peter
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Die Interessen von Jungen und Mädchen sollten Politikerinnen und Stadtplaner, aber auch Nachbarn stärker berücksichtigen, damit sich der Nachwuchs besser entfalten kann. Der Kommentar.

Der Kinderreport 2020 zeigt, dass es schon vor Corona große Defizite gab für Kinder, draußen Raum zu finden, wo sie gefahrlos spielen können. Für Mädchen und Jungen geht es nicht nur darum, sich angemessen bewegen zu können. Gemeinsam und selbstständig zu spielen ist auch eine wichtige soziale Interaktion und bedeutsam für die Entwicklung der Persönlichkeit. Denn Kinder lernen nicht nur in der Schule, sondern auch durch das Miteinander in der Freizeit.

Es wäre hilfreich, wenn Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen werden würden. Dann wären die Interessen der Kinder nicht mehr nebensächlich. Die entscheidende Anforderung richtet sich aber nicht nur an Berufspolitiker auf Bundes- und Landesebene, sondern auch an die Kommunen. Werden die Bedürfnisse von Kindern bei Planung und Bebauung angemessen berücksichtigt? Welche Angebote gibt es, damit Spielflächen für jene erreichbar sind, die sie nicht direkt vor der eigenen Tür haben?

Über solche Fragen hinaus geht es auch um eine Herausforderung an alle. Jeder muss bereit sein, auch mal Lärm und Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen, damit Kinder sich im Spiel frei entfalten können. Erwachsene vergessen viel zu schnell und viel zu oft, wie es selbst war, ein Kind zu sein.

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