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Kinder schützen 

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Von: Steven Geyer

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Viele Klassenräume blieben in der Corona-Krise schon leer.
Viele Klassenräume blieben in der Corona-Krise schon leer. © Annette Riedl/dpa

Ist eine geschlossene Schule wirklich der wirksamste, gerechteste, oder gar einzige Weg, die Infektionen einzudämmen? Ein Kommentar.

In der Debatte um die Corona-Maßnahmen, die wegen Omikron gerade an Schärfe gewinnt, gibt es ein Missverständnis: Es besteht in dem Glauben, dass nur Virologie und Epidemiologie helfen, Leben zu retten. Wer auf Studien anderer Fächer verweist, gerät in Verdacht, die Gesundheit seiner Mitmenschen nachrangigen Zielen unterzuordnen.

Eine Untersuchung des Universitätsklinikum Essen beschäftigt sich mit der gestiegenen Zahl von Suizidversuchen bei Kindern und Jugendlichen. Zwar sind die Zahlen noch nicht belastbar. Sie mahnen aber, auch andere Gesundheitsfolgen ernst zu nehmen. Zudem sind Suizidversuche nur die Spitze eines Eisberges an Kollateralschäden, die Kinder und Jugendliche stärker treffen als Erwachsene. Auf die Folgen für Bildung, Sozialkompetenz und psychische Gesundheit des Nachwuchses wurde oft verwiesen. Aber nur langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass Schul- und Kitaschließungen unverhältnismäßig sind.

Sicher: Infizierte Kinder können das Virus zu denen tragen, für die es lebensgefährlich ist. Aber ist eine geschlossene Schule wirklich der wirksamste, gerechteste, oder gar einzige Weg, die Infektionen einzudämmen? Das muss beantworten, wer das Offenhalten von Schulen und Kitas nun schon wieder als riskanten Fehler beklagt.

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