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Seenotretter vom Rettungsschiff „Alan Kurdi“ erwarten ein Schlauchboot voll Geflüchteter. (Archivbild)

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Keine Hilfe für Geflüchtete in der Corona-Krise: Die Solidarität der Egoisten

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Geflüchtete leiden unter dem Coronavirus. Warum kann die Politik nicht auch schnell und „groß“ handeln, wenn es um pure Menschlichkeit geht? Ein Kommentar.

Deutschland, Europa, ja praktisch die ganze Welt lebt derzeit im Zustand der Isolation und der kollektiven Angst vor einer Bedrohung. Hätte es nicht sein können, dass das Gefühl von Solidarität in der Corona-Krise uns empfänglicher macht für diejenigen, die auf Solidarität noch viel dringender angewiesen sind? Man wird ja mal fantasieren dürfen.

Geflüchtete: Politik setzt in der Corona-Krise setzt das fort, was sie seit Jahren tut

Die Wirklichkeit sieht so aus, dass Hunderte Geflüchtete von der Außenwelt isoliert und fast ohne Hoffnung auf eine „normale“ Zukunft mit wackligen Booten oder Rettungsschiffen auf dem Mittelmeer dümpeln

Aber die deutsche und die europäische Politik setzt ganz und gar routiniert das fort, was sie seit Jahren tut: Hier und da nehmen einige Länder ein paar wenige Geflüchtete mit großer Geste auf, aber ansonsten schotten sie Europa ganz „solidarisch“ gemeinsam ab. Und in der Corona-Krise ist es noch schlimmer: Nur nicht mehr retten, sagt die Bundesregierung.

In Corona-Zeiten handelt die Politik schnell – aber nicht beim Thema Geflüchtete 

Können wir uns nicht gerade jetzt wenigstens etwas besser vorstellen, was für ein Horror es sein muss, in einem libyschen Lager darauf zu warten, dass einen das Virus erwischt? Politik zeigt in diesen Corona-Tagen, dass sie schnell und „groß“ handeln kann. Warum nicht auch – und gerade –, wenn es um pure Menschlichkeit geht?

Von Stephan Hebel

Flüchtlingshelfer Joachim Lenz erklärt, warum Leben retten unabhängig von jeder Krise ist. Und warum Verbote oder Hafenblockaden Rettungsschiffe nicht wirklich aufhalten können.

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