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Die CSU dreht seit Jahren an der Angstschraube.

Kriminalität

Keine Ängste schüren

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Innenminister Seehofer plädiert überraschend für einen nüchternen Umgang mit der Kriminalitätsstatistik.

Horst Seehofer hat interessante Sachen gesagt. Wenn man sich bei der Bewertung der Sicherheitslage in Deutschland auf Dunkelfeldzahlen stütze, dann komme man „ins Unterholz“, sagte der Bundesinnenminister etwa. Es werde zwar niemandem gelingen, „Angst zu eliminieren“. Allerdings hätten „alle eine gemeinsame Verantwortung“ dafür, dass das Sicherheitsgefühl dem Kriminalitätsniveau in etwa entspreche, fügte er hinzu.

Interessant ist das, weil vor allem die CSU in den letzten Jahren an der Angstschraube gedreht hat und erwartete, dies werde ihr den Zuspruch bei Wählerinnen und Wählern bringen. Ähnliches gilt für einige Medien im Kampf um Auflage. Zwar gab es bei der Kriminalität zuletzt das, was der Kriminologe Thomas Bliesener „ein Zwischenhoch“ nennt. Und tatsächlich existierte bei der Zuwanderung von Flüchtlingen teils der von vielen beklagte staatliche Kontrollverlust.

Insofern ist es kein Wunder, dass aus Angst zuweilen Hysterie wurde. Allerdings wurde diese Hysterie auch aus niederen Motiven gezielt befeuert und verstärkt, so dass manche Politiker, manche Medien und manche Bürger ein Karussell der Angst in Gang setzten. Vom Anteil der Politik daran war bei der Pressekonferenz am Dienstag nicht die Rede. Leider. 

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