2. Januar 2022 in Hannover: Die Polizei wertet eine Veranstaltung mit mehreren Personen am Maschsee, die gegen Corona-Regeln protestieren, als unangemeldete Demonstration – und nicht etwa als „Spaziergang“.
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2. Januar 2022 in Hannover: Die Polizei wertet eine Veranstaltung mit mehreren Personen am Maschsee, die gegen Corona-Regeln protestieren, als unangemeldete Demonstration – und nicht etwa als „Spaziergang“.

Corona-Krise

Anti-Maßnahmen-Demos: Dieser Minderheit geht es nicht um die Sache

  • Eva Quadbeck
    VonEva Quadbeck
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Es reicht nicht, unangemeldete Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen aufzulösen, der Rechtsstaat muss endlich in den sozialen Netzwerken Antidemokraten beobachten und bekämpfen. Ein Kommentar.

Je höher die Infektionszahlen steigen, desto mehr Menschen finden sich zwischen Flensburg und München, zwischen Koblenz und Bautzen zu „Spaziergängen“ zusammen. Inhaltlich ist das absurd. Je höher die Infektionszahlen steigen, desto konsequenter müssen sich die Menschen schützen – nicht nur nur um ihrer selbst willen. Es geht darum, den Weg raus aus der Pandemie solidarisch zu nehmen. Umfragen zufolge sieht das eine große Mehrheit der Bevölkerung genauso.

Solche Argumente wollen die Teilnehmenden der Demos nicht hören. Dieser Minderheit geht es auch nicht um die Sache. Sie verwechselt Egoismus mit Freiheit. Sie verbrämt die Ignoranz von Fakten zu selbstständigem Denken. Die vielen bundesweiten Demos gegen die Corona-Maßnahmen erinnern fatal an die vielen Pegida-Demonstrationszüge zur Zeit der sogenannten Flüchtlingskrise. Es liegt der Verdacht nahe, dass die selben rechtsradikalen, antidemokratischen Kräfte ihr Süppchen auf der Unzufriedenheit und den Ängsten eines Teils der Bevölkerung kochen.

Es reicht nicht, wenn die Polizei unter Einsatz ihrer Gesundheit unangemeldete Demos auflöst. Der Rechtsstaat muss endlich in den sozialen Netzwerken präsenter werden, um die Antidemokraten dort zu beobachten und zu bekämpfen.

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