+
Pastorin Sandra Bils spricht beim Abschlussgottesdienst beim 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag die Predigt.

Kommentar

Kirchentag: Kein Segen für den Hass

  • schließen

Die Protestanten haben AfD-Funktionäre nicht zugelassen bei ihrem Treffen. Das war richtig. Sie haben gezeigt, wofür Christen gut sein können.

Für manche stehen Kirchentage unter dem Verdacht unverbesserlichen Gutmenschentums. AfD-Funktionäre waren im Programm des Dortmunder Treffens nicht erwünscht. Das war als unsouveräne Ausschließeritis kritisiert worden. Aber der Gang der Dinge gibt der Kirchentagsleitung recht: Wer Hass sät, redet Gewalt herbei. Hass mag nicht strafbar sein, aber er lässt sich auch nicht taufen.

Die Protestanten sind mit ihrer Kirche im Reinen

Wieder einmal hat der Kirchentag der säkularen Gesellschaft gezeigt, was sie von den Christen hat: eine Gemeinschaft, die sich nicht mit einem lapidaren oder zynischen „Nix zu machen“ abfinden will. Und die von etwas anderem zusammengehalten wird als von Eigennutz, Kapitalinteressen, Nationalismus und Ausgrenzung. 

Natürlich hat „Gottes geliebte Gurkentruppe“ (Pastorin Sandra Bils im Schlussgottesdienst) auch ihre eigenen blinden Flecken. Die Protestanten reiben sich an den Missständen in der Welt, aber mit ihrer Kirche sind sie im Reinen. Gut, dass wenigsten ein Großpodium zum Missbrauchsskandal ein Störsignal in diese Art Kirchen-Wellness sandte. „Nicht unser Problem!“ ist Selbstbetrug.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare