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Eine der letzten Holocaust-Überlebenden am Rede-Pult des Deutschen Bundestages: Charlotte Knobloch.
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Eine der letzten Holocaust-Überlebenden am Rede-Pult des Deutschen Bundestages: Charlotte Knobloch.

Kommentar

Kein Schlussstrich!

  • Jan Sternberg
    VonJan Sternberg
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Die Erinnerung an den Holocaust darf nicht vergehen, doch sie kann nur bleiben, wenn sie sich wandelt. Der Kommentar.

Charlotte Knobloch hat ihre beeindruckende Rede im Bundestag zum Gedenken an die Shoa in dem Bewusstsein gehalten, eine der letzten Holocaust-Überlebenden an diesem Pult zu sein. „Wir geben jetzt den Stab der Erinnerung ab – im Vertrauen, ihn in gute Hände zu legen“, sagte die 88-Jährige.

Das Gedenken an den Holocaust nach den Zeitzeugen wird anders aussehen. Jüdisches Leben der nächsten Generation sieht anders aus. Aber einen Schlussstrich darf es, wird es nicht geben. Die Verharmlosungen des Holocaust und der NS-Diktatur durch rechtsoffene Corona-Demonstranten dürfen nicht unwidersprochen bleiben, der Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus muss immer und überall geführt werden.

Minderheiten sind Seismographen für den Zustand der Demokratie. Erst seit kurzem wächst wieder die Erkenntnis, dass Antisemitismus und Rassismus zwei Seiten einer Medaille sind, der gleichen Ausgrenzung, der gleichen Anfänge. Die Überlebenden des Anschlags von Halle und die Hinterbliebenen der Mordnacht von Hanau haben das verstanden und sich zusammengetan. Der Holocaust bleibt ein singuläres Menschheitsverbrechen. Die Erinnerung daran darf nicht vergehen. Doch sie kann nur bleiben, wenn sie sich wandelt. v

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