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Angela Merkels Regierungserklärung zum EU-Gipfel war eine Mischung aus Geschäftsmäßigkeit und befreiter Lockerheit.

Merkels Rede

Kein Partei-Karo

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Kanzlerin Merkel wehrt sich im Streit mit der CSU leise und deutet ihre Richtlinienkompetenz an.

Die Bayernwahl hat CSU, CDU und SPD so erschüttert, dass der Fortbestand der großen Koalition infrage steht. Bei der Kanzlerin aber ist von Krise nichts zu spüren. Ihre Regierungserklärung zum EU-Gipfel war eine Mischung aus Geschäftsmäßigkeit und befreiter Lockerheit.

Sprach da eine Regierungschefin, die im Wissen um ein vermutetes vorzeitiges Ende ihrer Koalition schon ihren Urlaub plant? Wohl kaum. Die nächsten Monate werden entscheidend sein dafür, wie die EU und Großbritannien mit dem Brexit zurechtkommen. Eine deutsche Regierung in Selbstauflösung ist da nach Merkels Dafürhalten sicher nicht hilfreich.

Unruhe in ihrer Partei hat sie stets begleitet. Sie denkt mehr in internationalen Zusammenhängen als in parteipolitischem Karo. Auch die Bürger in Deutschland setzten mehrheitlich auf europäische Lösungen, verkündete Merkel. Die CSU hat meist anderes behauptet. Es war, fast nebenbei, der Hinweis Merkels auf ihre Richtlinienkompetenz. Merkels Erzählung ist: Ihre Autorität lässt sie sich nicht zerstören, auch nicht durch die CSU. 

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