Kommentar

Katholischer Kulturbruch

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Auf dem „Synodalen Weg“ in Frankfurt kündigt sich ein Kulturbruch an - und nichts weniger als den braucht es, um der Katholischen Kirche wieder Glaubwürdigkeit zu verschaffen. Der Kommentar.

Ist die katholische Kirche als Institution noch zu retten? Das fragen sich selbst Glaubenstreue ernsthaft. Die Antwort ist offen – doch seit dem Wochenende gibt es so etwas wie Hoffnung, ausgehend von der ersten Vollversammlung des Reformprozesses „Synodaler Weg“ in Frankfurt. Dort tagte das Plenum aus 230 Mitgliedern in einem quasi hierarchiefreien Raum. Das Alphabet gab die Sitzordnung vor, nicht der kirchliche Rang. Ohne eine Mehrheit der Frauen des Gremiums soll kein Beschluss angenommen werden.

Was sich in Frankfurt ankündigte, kommt einem katholischen Kulturbruch gleich. Und nichts weniger als den braucht es, um der Kirche intern und nach außen wieder Glaubwürdigkeit zu verschaffen. Kein Wunder, dass Konservative wie Kardinal Rainer Maria Woelki nun die hierarchische Ordnung in Gefahr sehen und vor einer Protestantisierung warnen. Andere Würdenträger sprechen lieber von einer „großartigen Zukunftswerkstatt“.

Wo der auf zwei Jahre angelegte „Synodale Weg“ enden wird, bleibt abzuwarten. Denn die inhaltliche Arbeit zu den Themen Macht, priesterliches Leben, Rolle der Frauen und Sexualmoral beginnt jetzt erst. Da gilt es, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Der Geist weht ja bekanntlich, wo er will. In Frankfurt war schon mal ein Lüftchen zu spüren. 

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