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Carles Puidemont vor Journalisten in Brüssel.

Katalonien-Krise

Katalonien unter der Fuchtel Madrids

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Die spanische Zentralregierung sollte sich um einen Ausgleich mit den Separatisten bemühen und damit gegen die gesellschaftliche Spaltung vorgehen. Ein Kommentar.

Die spanische Zentralregierung sollte die Zeit bis zu den Wahlen in Katalonien im Dezember nutzen, um den jetzigen Etappenerfolg in einen Sieg umzuwandeln. Das wird die Regierung Rajoy nur erreichen, wenn sie sich um die Anhänger der Unabhängigkeit bemüht und so gegen die gesellschaftliche Spaltung Kataloniens arbeitet.

Es ist allerdings zu befürchten, dass Rajoy weiter hart bleibt und sich nicht damit zufrieden gibt, die Regionalregierung abgesetzt und Katalonien unter die Fuchtel Madrids gestellt zu haben. Sollte Rajoy darauf aus sein, den politischen Gegner vollends in die Knie zu zwingen, dann könnte der Frust der Separatisten in Wut umschlagen.

Danach sieht es derzeit zwar nicht aus. Doch der ehemalige Regionalpräsident Carles Puigdemont und seine Mitstreiter haben in dem Konflikt lediglich eingelenkt. Dies ist der Moment seiner Kontrahenten, nicht weiter auf einen Gegner einzuschlagen, der bereits am Boden liegt.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker könnte nun die Vielfalt Europas betonen und damit ein wenig seinen Satz relativieren, wonach er kein Europa von zu vielen Staaten vorstehen wolle. So könnte Brüssel verbal den spanischen Konflikt ein wenig entschärfen. Nötig ist es.

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