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„Querdenker“-Demo in Kassel: Polizei wurde an der Nase herumgeführt

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Von: Jan Sternberg

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Viele Teilnehmer hielten sich bei der Corona-Demo in Kassel nicht an die Auflagen. Die Polizei bekommt für ihre Einsatztaktik Kritik.
Viele Teilnehmer hielten sich bei der Corona-Demo in Kassel nicht an die Auflagen. Die Polizei bekommt für ihre Einsatztaktik Kritik. © Swen Pförtner/dpa

Die Polizei Nordhessen hat vor den „Querdenkern“ kapituliert. Stattdessen ließen einige Beamtinnen und Beamte ihre Aggressionen an Gegendemonstrierenden aus. Ein Kommentar.

Mehr als 20 000 Menschen zogen durch Kassel, setzten sich über alle Regeln hinweg. Die Polizei ließ die Gegner:innen der Corona-Maßnahmen gewähren. Dabei hatten diese auf ihrem meistgenutzten sozialen Netzwerk Telegram seit Tagen dazu aufzurufen, nicht an den genehmigten Plätzen zu bleiben, sondern in der Stadt „spazieren zu gehen“. Solche Ansagen versteht die Klientel. Die Polizei anscheinend nicht.

Querdenken-Demo: Die „Taktik“ der Polizei in Kassel war ein Armutszeugnis

Seit fast einem Jahr führen „Querdenker“ die Behörden an der Nase herum. Sie beschreiten den Rechtsweg, um ihre Demos durchzusetzen – aber wenn die Gerichte gegen sie entscheiden oder Auflagen erlassen, setzen sie auf Überrumpelungstaktik.

In einer langen Polizei-Pressemitteilung steht ein verräterischer Satz. „Die Teilnehmer kamen augenscheinlich überwiegend aus dem bürgerlichen Lager und zeigten insgesamt eher keine erkennbare Tendenz zu gewalttätigen Aktionen.“ Das ist ein Fehlschluss.

In Kassel wurde nicht einmal versucht, die Demonstrierenden von der Innenstadt fernzuhalten. Stattdessen ließen einige Beamtinnen und Beamte ihre Aggressionen an Gegendemonstrierenden aus. Das ist keine Taktik, es ist ein Armutszeugnis. (Jan Sternberg)

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