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Das gesellschaftliche Klima im Umgang mit Behinderung muss weiter verbessert werden.

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Die Kasse muss zahlen

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Die besten Diagnose-Methoden müssen allen zugänglich sein, ohne dass Selektion zu einer gesellschaftlichen Norm wird.

Es ist noch keine endgültige Entscheidung. Aber aus wissenschaftlicher Sicht ist der Bluttest zur Feststellung von Trisomie 21 gegenüber den herkömmlichen Methoden ein Fortschritt. Er ist zuverlässiger und vor allem sicherer. Es ist deshalb zwingend, dass der Bluttest von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt wird. Oder sollen es sich künftig nur Gutverdiener leisten können, gefahrlos zu erfahren, ob ihr Nachwuchs eventuell am Down-Syndrom leidet? Das wäre ein Verstoß gegen die Grundprinzipien der solidarischen Krankenversicherung in Deutschland.

Die Argumente der Kritiker dürfen aber nicht vom Tisch gewischt werden. Menschen mit Down-Syndrom, Politiker und Behindertenverbände argumentieren zu Recht, dass der Druck auf Eltern immer größer wird, ihren ungeborenen Nachwuchs durchleuchten zu lassen, damit kein von der Norm abweichendes Kind auf die Welt kommt.

Die Lösung kann aber nicht sein, diejenigen in ihren Rechten und Möglichkeiten zu beschneiden, die sich gegen ein Kind mit Behinderungen entscheiden würden. Die Antwort kann nur heißen, alles zu versuchen, um das gesellschaftliche Klima im Umgang mit Behinderung weiter zu verbessern. Selektion darf nicht zu einer gesellschaftlichen Norm werden.

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