Bildung

Karliczeks Blockade

  • Tobias Peter
    vonTobias Peter
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Die Bildungsministerin hätte Studierenden mit Finanzhilfen statt Krediten beistehen sollen. Ein Kommentar.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hätte Studierenden in der Corona-Krise unkompliziert helfen können. Sie hätte das Bafög zeitweise auch für diejenigen öffnen können, die sonst keinen Anspruch darauf haben, aber in eine wirtschaftliche Schieflage geraten sind.

Die Ministerin wollte diesen Weg partout nicht gehen – obwohl selbst die Junge Union, Seite an Seite mit Jusos, Jungen Liberalen und Grüner Jugend, sie bekniet hat, genau das zu tun. Karliczek blieb stur und setzte schließlich durch, dass den Studierenden im Wesentlichen Kredite angeboten werden. Dieses Geld fließt. Eine großzügige Lösung sieht anders aus.

Die SPD hat zumindest durchgesetzt, dass es einen Nothilfefonds von 100 Millionen Euro gibt: also eine kleinen Teil Hilfe, der kein Darlehen ist. Damit sollte, so sagte es Karliczek Ende April selbst, Studenten „in akuter Notlage“ geholfen werden, die „ganz unmittelbar“ Hilfe benötigen. Diese Hilfe kann jetzt erstmals beantragt werden. Karliczek hatte sich den von der Opposition ersonnenen Titel der Trödelministerin redlich verdient.

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