Grüne Anleihe

Kapitalwege umlenken

  • Frank-Thomas Wenzel
    vonFrank-Thomas Wenzel
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Nur Polarkappen und Dieselstinker zu beachten, ist im Kampf gegen den Klimawandel zu wenig: Es geht um das ganz große Geld. Die Bundesregierung macht nun einen wichtigen Schritt. Der Kommentar.

Wer für den Klimaschutz kämpft, muss sich mit dem Finanzmarkt beschäftigen. Die Internationale Energieagentur hat hochgerechnet: Bis 2035 sind 53 Billionen Dollar nötig, um alleine den globalen Energiesektor so umzubauen, dass die Erderwärmung auf zwei Grad beschränkt bleibt. Die kaum vorstellbare Menge an Kapital kann nur von Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften und anderen Großinvestoren kommen. Die Wege des Kapitals müssen deshalb umgelenkt werden: Weg von Geschäftsfeldern, die mit fossilen Energien arbeiten und hin zu Öko-Projekten.

Eine Schlüsselrolle spielen nationale Regierungen. Deshalb ist es richtig, dass der deutsche Staat gerade seine erste grüne Bundesanleihe platziert hat. Kritisieren lässt sich lediglich, dass dies erst jetzt geschieht. Es gilt nun, so weiterzumachen, um Versäumtes nachzuholen. Denn Klimaschutz bedeutet sozial fairer Komplettumbau von Wirtschaft und Gesellschaft. Deshalb muss es so schnell wie möglich nur noch nachhaltige Bundesanleihen geben.

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