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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht das Altenheim St. Johannisstift in Paderborn und begleitet Pfleger Ferdi Cebi bei dessen Arbeit. Sie löste damit eine Zusage ein, die sie in einer ZDF-Sendung im vergangenen Wahlkampf gegeben hatte.

Angela Merkel

Ein Kanzlerin-Besuch im Pflegeheim reicht nicht

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Es ist wichtig, Politiker gelegentlich an Orten anzutreffen, wo die Folgen ihres Handelns deutlich zu spüren sind. Doch nicht nur für Merkels Besuch im Pflegeheim gilt: Am Ende zählen Taten. Der Kommentar.

Zu Gast im Pflegeheim. Heute: die Bundeskanzlerin. Aber sollte Angela Merkel nicht ohnehin wissen, wie es da zugeht? Schließlich trifft ihre Regierung immer wieder Entscheidungen, die direkt den Alltag der Einrichtungen, ihrer Bewohner und der dort Beschäftigten beeinflussen? 

Freilich sollte Merkel wissen, wie es um die Pflege in Deutschland steht, das sollte auch der zuständige Minister Jens Spahn wissen. Vielleicht tun sie es sogar, selbst wenn gerade Spahns zuweilen dreiste Äußerungen des Öfteren eine ungesunde Realitätsferne verraten. Aber niemand sollte einerseits regelmäßig die Weltferne „der da oben“ beklagen und auf der anderen Seite aber rummaulen, wenn sie „die da unten“ doch einmal besuchen.

Das mediale Spektakel, das damit fast zwangsläufig einhergeht, darf nicht überdecken, wie wichtig es ist, Politiker gelegentlich an den Orten anzutreffen, wo die Auswirkungen ihres Handelns am deutlichsten zu spüren sind.

Wenn diese Besuche nicht anlässlich der Eröffnung spektakulärer Neubauten, sondern direkt auf Einladung dort Beschäftigter erfolgen, lässt sich im Sinne von Bewohnern, Angehörigen und Beschäftigten dieses Pflegeheims hoffen, dass die Erkenntnisse etwas bewirken, das auch allen anderen hilft. Insofern gilt auch hier: Am Ende zählen Taten.

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