+
Ist Markus Söder auf dem Weg in das Kanzleramt?

Kommentar

Auf dem Weg ins Kanzleramt: Markus Söder als Markus Merkel

  • schließen

Bayerns Ministerpräsident Söder ist zahm geworden und sucht kaum noch den Streit mit der Schwesterpartei CDU. Es scheint, als könnte er demnächst den Lohn dafür kassieren. Ein Kommentar.

Markus Söder hat seit einer Weile eine neue politische Rolle für sich entdeckt: Er gibt die bayerische Angela Merkel. Er spricht von Maß und Mitte. Er lobt die Kanzlerin, wo er nur kann. Schon vor der Corona-Krise setzte er auf Harmonie mit der CDU statt auf Konkurrenz.

Der Effekt ist bemerkenswert: Söders zunächst miserable Umfragewerte sind gestiegen. Der Ruf des durchtriebenen Karrieristen ist zumindest ein Stück weit einem positiveren Bild gewichen. Söder gilt nun als potenzieller Kanzlerkandidat der Union.

Mit ein paar Forderungen, wie der nach einer höheren Einkommensgrenze für Minijobber, versucht sich der CSU-Vorsitzende zumindest noch als Impulsgeber. Bei Grundsatzfragen aber, wie bei der Verschuldung des EU-Haushalts, hat er die frühere Europaskepsis seiner Partei im Schrank gelassen und folgt der Kanzlerin.

Für eingängige Schlachtrufe ist Söder immer noch zu haben. Aber zurück auf den alten Konfrontationskurs kann er auch nicht mehr: Sein mühsam erworbenes Vertrauen bei den Wählern wäre bei einem erneuten Rollenwechsel schnell dahin.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare