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Wenn eine Flagge, dann diese.

Doping

Kampf dem Kommerz

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Verbannt das Geld aus dem Sport und viele Probleme wie Doping werden verschwinden. Ganz bestimmt. Die Kolumne.

Eigentlich sind ja Hüpfen und Springen etwas Schönes und gleichzeitig wichtig. Schließlich ist mangelnde Bewegung die Hauptursache der meisten Gebrechen des modernen Menschen. Das Risiko, von Fettleibigkeit, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ereilt zu werden, ließe sich gegen null reduzieren, fläzten wir nicht immerfort in Federbetten und Fernsehfauteuils oder auf Autositzen, Barhockern und Bürostühlen herum. Klartext: Wer sich genügend bewegt, kann essen was und wie viel er will – ohne auch nur ein Gramm zuzunehmen.

Dass ist natürlich wie so vieles genetisch bedingt. Zu Beginn unseres irdischen Daseins mussten wir, wenn uns Appetit und Hunger ereilten, hinter unserem Essen herrennen, es niederringen und kilometerweit heim in die Höhle schleppen. Das war beschwerlich, zumal die Konkurrenz nicht schlief. Nur der Schnellste erreichte vor seinen Nachbarn das flüchtige Kotelett.

Die Dicken wollen, können aber nicht

Wenn man so will, war somit der Olympische Gedanke geboren. „The Winner takes ist all“ war die Devise. Das oft kolportierte „Dabei sein ist alles“ hingegen nichts weiter als eine dürftige Trostfloskel für die hungerleidenden Verlierer.

Spätestens mit der Einführung von Ackerbau und Viehzucht hatte sich die Hetzerei zwar weitgehend erledigt, geblieben ist allerdings die Angewohnheit der Menschen, sich im sportlichen Wettstreit zu messen. Das ist uns angeboren, was man schon daran erkennt, dass sogar Kleinkinder dies bereits tun. Das allseits beliebte Wurstschnappen etwa erscheint vor dem geschilderten Hintergrund gar als zutiefst archaisch, ebenso wie sich fangen, verstecken oder verkloppen.

Das haben auch Pädagogen erkannt und diesen Urinstinkt genutzt, um den Schulsport gesellschaftsfähig zu machen. Eine Gepflogenheit, die allerdings in letzter Zeit mangels Lehrern, Turnhallen, Schwimmbädern und Beweglichkeit der mit Mayo und Ketchup gemästeten Eleven mehr und mehr aus der Mode kommt. Die kleinen Dicken wollen zwar oft, aber sie können meist nicht.

Weg mit dem Nationalitätengehabe!

Ähnlich geht es anderen, wie zum Beispiel einigen Hundert Russen. Auch sie können nicht ihrem Drang nach Bewegung nachkommen und an den Olympischen Spielen teilnehmen, weil andere Russen gemästet waren. Allerdings nicht mit Mayo und Ketchup, sondern mit Anabolika und deren Konsorten. Das ist ungerecht, denn im Zweifel soll ja für den Angeklagten gerichtet werden. Vorsätzliches Doping hingegen wurde nur einigen wenigen nachgewiesen.

Diskutiert wird nun, ob die nicht der Mast überführten neutral mitmachen dürfen, also als Russen, die sich nicht als Russen zu erkennen geben. Ein Tohuwabohu, für das es keine vernünftige Lösung zu geben scheint. Doch. Nämlich: Weg mit dem Nationalitätengehabe! Lasst alle Sportlerinnen und Sportler schlicht als Mitglieder der großen olympischen Familie dabei sein. Zerrt bei Siegerehrungen keine Flaggen hoch und dudelt keine Hymnen. Und zahlt keine Prämien und lasst keine Werbung zu und keine Sponsoren.

Also suspendiert nicht einzelne Menschen, sondern den Grund allen Übels, das große Geld. Schafft einen Präzedenzfall und verbannt es aus dem Sport – wenigstens alle vier Jahre für vier Wochen. Macht das, und ihr werdet sehen: Viele Probleme könnten sich von selbst erledigen – womöglich sogar das namens Doping.

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