Das klassische Warenhaus hat ausgedient.
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Das klassische Warenhaus hat ausgedient.

Kommentar

Vor dem Kampf

  • Frank-Thomas Wenzel
    vonFrank-Thomas Wenzel
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Bei Karstadt Kaufhof geht es um Standorte und Arbeitsplätze sowie darum, die Schmerzen der Betroffenen zu lindern. Ein Kommentar.

Für die Beschäftigten und die Manager von Karstadt Kaufhof wird es anstrengend. Mit hohem Einsatz auf beiden Seiten muss über die Schließung von Filialen entschieden werden – die Corona-Krise hat die Angelegenheit dringlich gemacht. Das Unternehmen braucht eine tiefgreifende und schmerzhafte Sanierung, um überleben zu können. Auf der einen Seite steht die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die um jeden Arbeitsplatz und um jede Filiale kämpfen muss. Auf der anderen Seite steht die Geschäftsführung, die mit der Schließung von fast der Hälfte der rund 170 Warenhäuser droht.

Die Auseinandersetzung wird so schwierig, weil das Geschäftsmodell der Firma zerbröselt. Das klassische Warenhaus hat ausgedient. Und kein Kunde weint ihm eine Träne nach. Denn es hat längst seine wichtigste Funktion eingebüßt. Es verdichtete das Angebot – vom Herren-Anzug bis zum Kochtopf, schaffte damit Vielfalt und ermöglichte Preisvergleiche. Das wird heute mittels des Internets zu Hause erledigt.

Zur bitteren Wahrheit gehört aber auch, dass der Abbau von Arbeitsplätzen nicht verhindert werden kann. Hier wird es darum gehen, die Schmerzen für die Betroffenen zu lindern. Mit fairen Angeboten für Altersteilzeit, mit Abfindungen und Fortbildungsangeboten.

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