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Positiv an der ganzen Entwicklung ist eigentlich nur, dass Kaeser nach seinem Abschied als Siemens-Boss an die Spitze des Aufsichtsrats von Siemens Energy wechselt.

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Kaeser spaltet Siemens

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Der scheidende Konzernchef will auf biegen und brechen einen Teil des Unternehmens abspalten und an die Börse bringen. Ein Kommentar.

Auf die Idee, in dieser Krisenzeit einen kriselnden Konzern ohne Rücksicht auf Verluste an die Börse zu bringen, muss man erst einmal kommen. Gleichzeitig die selbstbewusste Führungsriege dieser Firma vor die Tür setzen und einen konzernfremden Vorstandschef zu bestellen, setzt dem Ganzen die Krone auf. Die Rede ist von Siemens und seiner bislang größten Abspaltung Siemens Energy. Dies kommt einer Zweiteilung des Unternehmens nahe. Er spaltet Siemens in einen guten und einen schlechten Teil.

Nie wurde deutlicher wie jetzt, wie sehr der scheidende Konzernchef Joe Kaeser den belastenden Siemens-Teil Energy aus dem eigenen Haus haben will. Er lässt sich dabei auch von der Corona-Pandemie nicht bremsen.

Positiv an der ganzen Entwicklung ist eigentlich nur, dass Kaeser nach seinem Abschied als Siemens-Boss an die Spitze des Aufsichtsrats von Siemens Energy wechselt. Er muss also das als Oberaufseher kontrollieren und damit mitverantworten, was er gerade selbst brachial auf den Weg gebracht hat. Fein aus dem Schneider ist der überaus machtbewusste Manager damit nicht. Es könnte sein, dass es nicht lange dauert, bis er von seinen ureigensten Entscheidungen unangenehm eingeholt wird.

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