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Kevin Kühnert denkt über kollektive Organisationsformen nach. 

Juso-Chef Kevin Kühnert

Kühnert  - Versuch eines linken Gegengewichts

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Alle gehen sie auf Juso-Chef Kevin Kühnert los, weil er Organisationsformen von Unternehmen in Frage stellt. Dabei ist das gut für die Demokratie. Ein Kommentar.  

In Deutschland kann man krachend an den eigenen Zielen für den Klimaschutz scheitern – und alle Versuche behindern, den Autokonzernen klimaschonende Vorgaben zu machen. Man kann auch jahrelang zuschauen, wie Mieten zum Armutsrisiko werden. 

Wenn aber jemand die Überwindung der Art von Kapitalismus, der sie dienen, erwägt, schreien dieselben Politiker Zeter und Mordio. „Demokratischer Sozialismus“? Nur nicht daran erinnern, dass er bis heute zum Programm der SPD gehört! Jetzt gehen sie auf Juso-Chef Kevin Kühnert los, weil der es gewagt hat, über kollektive – man kann auch sagen: demokratische – Organisationsformen von Unternehmen nachzudenken. 

Kevin Kühnert versucht den linken Diskurs

Und weil er etwas dagegen hat, das Grundbedürfnis Wohnen zum Spekulationsobjekt zu machen. Nicht alles, was Kühnert sagt, überzeugt. Den Immobilienbesitz auf selbstgenutztes Eigentum zu beschränken – was ein wenig nach Enteignung auch kleiner, sozial eingestellter Vermieter klingt –, ginge sicher zu weit. 

Aber viel wichtiger ist: Kühnert versucht dem politischen Diskurs, der sich auf der rechten Seite schon bedrohlich weit geöffnet hat, wieder ein erkennbar linkes Gegengewicht zu geben. Das ist gut für die Demokratie, und dafür lohnt es sich, das Geschrei der Kritiker zu ertragen.

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