Brexit

Johnsons Risikospiel

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Der britische Premierminister versucht mit dem Austritt aus der EU zu zocken. Er sollte sich eines Besseren besinnen - in Kehrtwenden ist er ja geübt.

Boris Johnson ist besessen vom Brexit. Anders lässt sich nicht erklären, warum der britische Premierminister mitten in der Virus-Krise immer noch nicht zur Vernunft gekommen ist. Er lehnt es ab, die Brexit-Übergangsfrist über das Jahresende hinaus zu verlängern. Das ist ein schwerer Fehler. Denn die Gefahr steigt, dass Großbritannien am 31. Dezember 2020 ohne jede vertragliche Regelung die EU verlässt.

Es mag ja sein, dass Johnson nur zockt. Dass er die EU unter Druck setzen will, damit die Europäer nachgeben und Forderungen erfüllen, die bis vor wenigen Monaten ein Tabu waren. Aber das wäre ein brandgefährliches Spiel. Geht es schief, würde das vor allem die Britinnen und Briten treffen. Sie müssen schon damit leben, dass London auf den Virus-Ausbruch langsamer reagiert hat als viele andere Regierungen in Europa.

Johnson kommt hoffentlich noch zur Einsicht. Das ist ja nicht ganz ausgeschlossen. Er ist Populist, er ist unberechenbar, er hat schon häufiger Brexit-Kehrtwendungen gemacht. Das wäre nun angebracht. Denn die Gefahr ist größer als je zuvor. 

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