Kommentar

Jenseits der Parolen

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Was sie derzeit bei der AfD abspielt, könnte der Anfang von deren Ende sein. Der Kommentar.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, und derzeit bekommt sie erfreulich viel neue Nahrung. Alles, was sich rund um die AfD abspielt, könnte der Anfang von deren Ende sein. Könnte bedeuten, dass sie einen wichtigen Teil ihres öffentlichen und parlamentarischen Einflusses verliert. Das täte der politischen Hygiene in diesem Land verdammt gut.

Selbstverständlich ist es reine Camouflage, dass der „Flügel“ seine sogenannte Wertegemeinschaft auflösen will. Und geradezu lächerlich kommt AfD-Chef Meuthen daher, der behauptet: „Wir zerschlagen deren institutionelle Strukturen, was es dieser Gruppierung viel schwerer macht, gemeinsam zuzuschlagen.“

Alle wissen doch: Weder wird der Verfassungsschutz die Beobachtung von Höcke, Kalbitz und Co. einstellen – womit der Malus in den Augen bürgerlicher Kreise erhalten bleibt. Noch werden die parteiinternen Richtungskämpfe aufhören – die schon anderen rechtsextremen Parteien den Garaus gemacht haben.

Hinzu kommt: Seit der Bundestagswahl stand die AfD in Umfragen noch nie so schlecht da wie jetzt. Nur hartgesottene Anhänger trauen ihr Kompetenz in der Krise zu. Hass aufs System und dumpfe Parolen helfen halt nicht gegen ein Virus. Sollte Corona etwa der Demokratie dienlich werden?

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