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Jemen: Ein Krieg, an dem Europa mitverdient

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Am Jemen-Krieg lässt sich wie an keiner anderen Katastrophe zeigen, wie flexibel der Westen mit seinen eigenen Werten umgeht. Der Kommentar.

Es ist ein lukrativer Krieg, von dem europäische und US-amerikanische Konzerne profitieren – und der bisher wenig politischen Stress in der EU oder den USA auslöst: der Krieg im Jemen. Im Gegensatz zu anderen Konflikten wie in der Ukraine, in Libyen oder in Syrien spielt sich diese laut UN größte humanitäre Katastrophe der Welt fast unbemerkt ab. Und an keiner anderen Katastrophe lässt sich so gut zeigen, wie flexibel der Westen mit seinen eigenen Werten umgeht. Er unterstützt die „Arabische Koalition“, trotz dokumentierter Fälle ihrer möglichen Kriegsverbrechen.

Dass der Westen, dass Deutschland sich nicht zu seiner Verantwortung in dem Krieg äußern will, liegt auch daran, dass wir seine Folgen nicht spüren. Kaum ein Jemenit kann nach Europa flüchten, die Geografie verhindert das. Entsprechend halbherzig agieren EU-Diplomaten, wenn es um die Eindämmung des Konfliktes geht.

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Es klingt zynisch, aber die Realität ist: Über die Folgen ferner Kriege klagen wir erst, wenn wir davon betroffen sind. Und wenn nicht, dann lässt sich an den Kriegen noch mitverdienen.

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