Gesundheit

Gut ist, was hilft

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Bei der Homöopathie sollte geklärt werden, ob und wie sie die Schulmedizin ergänzen kann.

Um die Homöopathie tobt ein Glaubenskrieg, nicht nur in Deutschland. Es gibt keine nach wissenschaftlichen Kriterien durchgeführte Studie, die die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel nachweist. Deshalb wird in Frankreich die Kostenerstattung gestrichen.

In Deutschland werden Medikamente und Behandlungen nur bezahlt, wenn sie den Patienten helfen – nicht gefühlt, sondern gemessen an strengen Standards. Bei Homöopathie gilt aber eine Ausnahme. Die meisten Kassen zahlen - aber nicht, weil sie von der Wirksamkeit überzeugt sind. Sie übernehmen die Kosten nur, weil sie um Kunden buhlen.

Aber auch Glauben kann heilen. Der Placebo-Effekt darf nicht unterschätzt werden. Die Wirkung ist aber bisher zu wenig untersucht. Ein Verbot wäre also überzogen, aber ein einfaches „Weiter so“ ist auch keine Lösung. Die Wissenschaft muss klären, ob sich Schulmedizin und Homöopathie ergänzen können.

Folgendes Modell wäre überlegenswert: Wer die Homöopathie will, bekommt sie voll bezahlt. Der Patient ist zufrieden, die Kassen sparen Geld für klassische Medikamente. Hilft die Homöopathie dann aber doch nicht und die Schulmedizin wird zusätzlich nötig, dann wird eine Selbstbeteiligung an den Extrakosten fällig.

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