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Die Wahl in Irland gleicht einem politisch-philosophischen Erdbeben bis an Europas Grenzen – vielleicht sogar bis London.

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Wahl in Irland: Erfolg der Sinn Féin könnte zum Vorbild für Europa werden

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Einst galt sie als ziviles Feigenblatt der IRA-Terroristen, jetzt könnte die Sinn Féin eine vernünftige Reformpolitik in Irland anstoßen. Der Kommentar.

Bis in Irland eine neue Regierung mit wem auch immer steht, wird es Tage, Wochen oder Monate dauern. Selbst wenn die einstigen politischen Buhmänner von Sinn Féin das Rennen um die Führungsrolle machen, wird sich erst mal nicht so viel ändern. Und dann doch alles.

Irland wird weiter seinen – immer wichtigeren – Platz in der EU einnehmen, Ausguck gen Brexitland sein, es wird seine nicht geringen infrastrukturellen und sozio-ökonomischen Probleme angehen müssen. Es wird da anecken, dort sich durchmogeln – das ist halt politischer Alltag im Europa des 21. Jahrhunderts.

Wahl in Irland: Sinn Féin löst politisches Erdbeben aus

Aber was da am Samstag in den Wahlkabinen zwischen Donegal und Cork, Dublin und Galway geschah, hat das Zeug zum politisch-philosophischen Erdbeben bis an Europas Grenzen – vielleicht sogar bis London. Eine Partei, die mal als ziviles Feigenblatt der IRA-Terroristen (dies im übrigen ein arg überstrapaziertes Polit-Klischee) verschrien war, wandelt sich zum Reformverein, der die im Neoliberalismus unter die Räder Gekommenen oder Vergessenen sammelt, ernst nimmt, ihre Nöte zum Programm macht. Der zeigt, das demokratische Politik soziale Verantwortung bedeutet. Nicht ist zeitgemäßer als das.

Sinn Féin ist die Partei, die aus der Kälte kam, jetzt steht sie im Brennpunkt Europas. 

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