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In der Welt ankommen

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Von: Tobias Schwab

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Disruption – mit diesem Begriff hat der Limburger Bischof Georg Bätzing in der vergangenen Woche die Lage der katholischen Kirche schonungslos charakterisiert.
Disruption – mit diesem Begriff hat der Limburger Bischof Georg Bätzing in der vergangenen Woche die Lage der katholischen Kirche schonungslos charakterisiert. © Peter Juelich

Eine große Mehrheit, auch unter den Bischöfen, hat in den Beratungen in Frankfurt 13 Texte in erster Lesung verabschiedet, aus denen sich echte Reformambitionen ableiten lassen. Ein Kommentar.

Disruption – mit diesem Begriff hat der Limburger Bischof Georg Bätzing in der vergangenen Woche die Lage der katholischen Kirche schonungslos charakterisiert. Die Analyse des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz trifft es ganz gut. Selbst im innersten katholischen Milieu gibt es massive Erschütterungen und Auflösungstendenzen, ist das Vertrauen gegenüber der Kirche tief gestört. Das Ausmaß des sexuellen und geistlichen Missbrauchs und der Umgang mit der Aufarbeitung wirkt geradezu selbstzerstörerisch.

In dieser tiefen Krise sendet die zweite Vollversammlung des „Synodalen Wegs“ jetzt auch hoffnungsvolle Signale. Der von den Bischöfen und dem Zentralkomitee der Katholiken initiierte Reformprozess soll die systemischen Ursachen sexueller Gewalt in den Blick nehmen, für Gewaltenteilung sorgen und Frauen mehr Teilhabe in Ämtern ermöglichen. Eine große Mehrheit, auch unter den Bischöfen, hat in den Beratungen in Frankfurt 13 Texte in erster Lesung verabschiedet, aus denen sich echte Reformambitionen ableiten lassen. Es wird auf dem Weg zu einer Kirche, die endlich in dieser Welt ankommt, noch heftig gerungen werden, aber die Richtung ist klar. Rom sollte den deutschen Beitrag zu einer partizipativeren Kirche als Dienst an der Weltkirche endlich würdigen und positiv aufnehmen.

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