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Gastbeitrag

Corona-Pandemie: Impfen alleine reicht nicht, Medikamente müssen her

Die EU-Staaten müssen zusätzlich zu den Vakzinen auch Medikamente gegen Covid-19 entwickeln. Ein Gastbeitrag von Stella Kyriakides.

Das Impftempo zieht in der gesamten EU an, die Zahl der Impfungen steigt von Tag zu Tag. In den vergangenen Wochen haben die EU-Staaten Millionen von Dosen sicherer und wirksamer Impfstoffe geliefert bekommen. Mehr als 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung haben inzwischen eine erste Impfung erhalten, und weil wir unsere Produktionskapazitäten weiter ausbauen, können wir mit mehr Optimismus und Hoffnung in die Zukunft blicken. Wir sind auf dem besten Weg, bis Juli 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung zu impfen.

Die Entwicklung und Bereitstellung sicherer und wirksamer Impfstoffe stand bei unserer Reaktion auf Corona im Vordergrund. Aber dies darf nicht unsere einzige Verteidigungsstrategie sein. Impfungen sind der lebensrettende Wendepunkt, sie werden die Pandemie aber nicht über Nacht beenden.

EU-Kommissarin Kyriakides: „Das Coronavirus wird uns weiter begleiten“

Das Virus wird uns weiter begleiten, und infizierte Menschen müssen weiterhin behandelt werden – in Krankenhäusern oder zu Hause. Dies ist nicht nur angesichts der Häufung neuer Varianten von besonderer Bedeutung, sondern auch, weil eine wachsende Zahl von Patientinnen und Patienten von schweren und langwierigen Krankheitsverläufen betroffen und manchmal noch Wochen oder Monate nach der Infektion behandlungsbedürftig ist.

Die EU sollte auch nach Medikamenten gegen das Coronavirus forschen.

Deshalb müssen wir neben der Impfung alles in unserer Macht Stehende tun, um unsere Bürgerinnen und Bürger vor Covid-19 zu schützen und die Erkrankung besser zu behandeln und zu heilen. Hier spielen Therapeutika eine entscheidende Rolle: Sie können die Genesung beschleunigen, stationäre Behandlungen verringern und Menschenleben retten. Therapeutika tragen auch dazu bei, unsere unter Druck stehenden Gesundheitssysteme zu entlasten.

Wir müssen deshalb noch engagierter an der Entwicklung bahnbrechender Arzneimittel und der Suche nach den vielversprechendsten Therapeutika arbeiten. Um unsere Kräfte zu bündeln und Entwicklung, Herstellung und Versorgung zu beschleunigen, bringen wir eine neue EU-Strategie für Covid-19-Therapeutika auf den Weg.

Stella Kyriakides ist seit 2019 EU-Gesundheitskommissarin.

In der EU bislang nur ein einziges zugelassenes Arzneimittel gegen Corona

Zwar läuft die Forschung, aber trotz Dutzender Projekte in der EU und der ganzen Welt gibt es in der EU bislang nur ein einziges zugelassenes Covid-19-Arzneimittel. Unser Ziel ist, dass bis Oktober drei neue Therapeutika entwickelt und zugelassen sind, die das Potenzial haben, den Verlauf von Covid-19 zu ändern. Die Stärke unserer Strategie liegt in der Koordinierung und EU-weiten Kooperation.

Stella Kyriakides ist EU-Gesundheitskommissarin.

Die Politikerin aus Zypern war zuvor Abgeordnete im zyprischen Parlament.

In einem ersten Schritt werden wir die Forschung und Entwicklung der vielversprechendsten Therapeutika unterstützen. Außerdem werden wir Investitionen aus dem EU-Haushalt für flexible Produktionskapazitäten mobilisieren, damit Covid-19-Therapeutika in ausreichender Menge hergestellt werden, sobald sie zugelassen sind.

Der nächste Schritt besteht darin, die fünf erfolgversprechendsten Therapeutika-Kandidaten zu ermitteln, die zur Behandlung von Covid-19 und möglichen Mutationen beitragen können. Die Bestandsaufnahme vielversprechender Covid-19-Arzneimittel wird intensiviert. Dabei ist die Europäische Arzneimittel-Agentur mit ihrer wissenschaftlichen Expertise aktiv in jeden Schritt eingebunden.

Folge der Corona-Pandemie: EU gründet Behörde für Krisenvorsorge und -reaktion

Parallel zur Entwicklung und Markteinführung neuer Therapeutika müssen wir dafür sorgen, dass die EU-Staaten so rasch wie möglich Zugriff darauf erhalten, indem wir unsere Verhandlungsmacht bündeln und einen gleichberechtigten Zugang gewährleisten. Wir stehen bereit, die EU-Staaten darin zu unterstützen, noch vor Ende 2021 mindestens drei neu zugelassene Therapeutika zu beschaffen.

NameStella Kyriakides (Στέλλα Κυριακίδου)
PositionEU-Kommissarin für Gesundheit
NationZypern
ParteiDimokratikos Synagermos

Künftig werden wir dank einer neuen EU-Behörde für die Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen in der Lage sein, aufkommende Bedrohungen vorherzusehen und die notwendigen medizinischen Ressourcen und Verfahren bereitzuhalten, um Krisenmechanismen rasch zu aktivieren. Mit starken und widerstandsfähigen Gesundheitssystemen und Lieferketten, die dem Druck durch Pandemien standhalten können, können wir die Lücken in unserer Vorsorge für künftige Gesundheitskrisen schließen.

Die Strategie der EU für Covid-19-Therapeutika stellt auch eine weitere Etappe auf dem Weg zurück zur Normalität für unser Leben, unsere Volkswirtschaften und unsere Gesellschaften dar. Sie ist auch Teil einer echten Europäischen Gesundheitsunion, in der alle EU-Länder Vorsorge für Gesundheitskrisen treffen, gemeinsam auf solche Krisen reagieren und die Verfügbarkeit erschwinglicher medizinischer Güter sicherstellen. (Stella Kyriakides)

Rubriklistenbild: © LOIC VENANCE/AFP

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