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Der Ehrliche ist im Asylrecht oft der Dumme.

Kommentar

Identitäts-Betrüger bestrafen

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Es ist gegenüber den ehrlichen Asylbewerbern nur fair, den Behörden mehr Zeit einzuräumen, Betrügern den deutschen Pass wieder abzunehmen. Ein Kommentar.

Wer weiterhin möchte, dass Deutschland ein weltoffenes Land ist, das politisch Verfolgte oder Kriegsflüchtlinge aufnimmt, wird kein Freund von Horst Seehofer sein. Der Bundesinnenminister hat mehr als einmal deutlich gemacht, dass er das deutsche Asylrecht am liebsten in die Tonne treten würde.

Gleichwohl sollte man sich seine Pläne genau anschauen. Dort finden sich auch sinnvolle Vorhaben. Das gilt etwa für alle Gesetzesänderungen, die auch im Sinne der Mehrheit der Asylbewerber sind: Denn zu oft gilt heute im Asylrecht der Grundsatz: „Der Ehrliche ist der Dumme.“

Wer heute seinen Pass mit Absicht vernichtet, um seine Herkunft zu verschleiern, kann damit eine sehr lange Zeit die deutschen Verwaltungen beschäftigen und so de facto seinen Aufenthalt in Deutschland erzwingen. Einigen gelingt es sogar, sich mit den unwahren Angaben die deutsche Staatsbürgerschaft zu erschleichen. Es ist auch gegenüber den Ehrlichen nur fair, dass die Behörden künftig eine deutlich längere Frist bekommen, den Betrügern den Pass wieder abzunehmen.

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