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Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer am Montag in München.

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Horst Seehofers freundliches Brüllen

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Wer am lautesten brüllt, kommt nicht unbedingt weiter. Weit und breit kein Ultimatum an die CDU im „Bayernplan“. Hat da jemand einen neuen Typberater? Ein Kommentar.

Vielleicht hat neulich mal ein Typberater in der CSU-Zentrale vorbeigeschaut. Er hat sich den Parteivorsitzenden genommen und ihm zugeraunt: Horst, wir müssen mal über Dein Karma reden. Zu viel negative Energien – das macht unattraktiv.

Bis vor kurzem rempelte Seehofer gegen Merkel, wo es ging. Bei der Vorstellung des Wahlprogramms von CDU und CSU war die Verstimmung der Begeisterung gewichen, und der Penetranz. Und im CSU-Bayernplan, sozusagen der Fußnote zur Gemeinsamkeit, gibt es zwar noch jede Menge Superlative. Aber von der Drohung, einen Koalitionsvertrag nicht zu unterschreiben, in dem nicht die Obergrenze für Flüchtlinge vorkommt, ist nicht mehr die Rede. Das Ultimative ist weg, und das eröffnet die Möglichkeit zu Kompromissen.

Offenbar ist der CSU aufgefallen, dass nicht unbedingt weiterkommt, wer am lautesten brüllt. Und dass keiner registriert, dass die CDU sich in der Flüchtlingspolitik Richtung CSU bewegt hat, wenn immer nur über ein einziges Schlagwort geredet wird.

Wäre Seehofer bei seiner Obergrenzen-Drohung geblieben, die CSU hätte sich bei einer gewonnenen Wahl in die Opposition verabschieden müssen. Dann doch lieber ein anderes Kunststück versuchen: das freundliche Brüllen.

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