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Ex und hopp bei Coca-Cola

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Von: Stefan Sauer

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Für alle 0,5- und 1,5-Literflaschen von Coca Cola soll das Mehrwertsystem abgeschafft werden.
Für alle 0,5- und 1,5-Literflaschen von Coca Cola soll das Mehrwertsystem abgeschafft werden. © rtr

Coca-Cola läutet mit dem Wegfall der Mehrwegflaschen bei 0,5- und 1,5-Liter-Behältnissen den Abschied vom Mehrwegsystem ein. In andere Richtungen gehende Beteuerungen des Konzerns sind wenig glaubwürdig. Ein Kommentar.

Der Coca-Cola-Konzern hat seinen Abschied von der Mehrwegflasche eingeläutet und setzt künftig auf ex und hopp für die 0,5- und die 1,5-Liter-Behältnisse. Man versichert zwar, dass es beim Mehrwegsystem für das Ein-Liter-Standardmodell bleiben soll, aber sonderlich glaubhaft ist das nicht. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis das Unternehmen seinen lang gehegten Wunsch umsetzt und ganz auf Einweg umstellt.

Maßgeblich für einen solchen Schritt sind betriebswirtschaftliche Erwägungen: Einwegflaschen müssen nicht so haltbar sein und lassen sich daher billiger herstellen als Pfandflaschen. Zudem entfällt die aufwendige Rücknahmelogistik und Reinigung. Für die Kunden bringt die Umstellung unmittelbar auch keine Nachteile mit sich, da sie auch für die Rückgabe von Einwegflaschen ihr Pfand zurückerhalten.

Aus Sicht des Umweltschutzes ist diese Ex-und Hopp-Praxis allerdings bedenklich: Einwegverpackungen verbrauchen in aller Regel mehr Rohstoffe und Energie als Mehrwegsysteme. Ein Umsteuern ist daher überfällig: Das unselige Dosenpfand, das keinerlei Lenkungswirkung zugunsten von Mehrwegflaschen entfaltet hat, muss durch eine Umweltsteuer auf Einwegbehälter ersetzt werden. Damit würden die Kosten durch Umweltbelastungen auf Hersteller und Verbraucher umgelegt, Getränke in Einwegflaschen schlicht teurer. Den Rest regelt der Markt.

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