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Demonstranten bringen den Flugbetrieb mit einem Sitzstreik am Flughafen erneut zum Stillstand.

Kommentar

Tragischer Protest in Hongkong

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Bei den Demonstrationen in Hongkong wird am Ende Peking siegen, das ist klar. Umso mehr muss die EU zeigen, was ihr Demokratie und Rechtsstaat bedeuten. Der Kommentar.

Die Demonstrationen für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Hongkong sind auch weltpolitisch wichtig. In einer Zeit, in der autoritäre Systeme sich immer stärker fühlen, riskieren die Menschen dort ihre Sicherheit, um sich für Werte zu engagieren. Doch den Protest begleitet bereits die Vorahnung einer tragischen Wendung.

Hongkong ist seit 1997 Teil Chinas. Am Ende wird daher Peking siegen, das ist jetzt schon klar. Doch was markiert dieses Ende? China hat Hongkong eine demokratische Verfassung für 50 Jahre zugesichert. Davon sind noch 28 Jahre übrig. Für die Schüler und Studenten ist das immerhin die Zeit bis in die mittleren Jahre.

Sollen sie ihre Rechte jetzt schon kampflos aufgeben? Ganz sicher nicht. Zugleich liefern die zunehmend hilflosen Demonstranten der Obrigkeit neue Vorwände zum Eingreifen, je länger sich die Auseinandersetzung hinzieht.

Die bange Frage ist jetzt die nach einem Einsatz der Armee auf Hongkonger Boden. Die Gesetze erlauben es der Stadtregierung, sie anzufordern. Es wäre gleichwohl nicht nachvollziehbar, warum China sich ein zweites Tiananmen aufladen sollte.

Nun sind die Länder Kontinentaleuropas gefordert. Die EU muss klarmachen, dass ihr Demokratie und Rechtsstaat nicht gleichgültig sind.

Unterdessen wenden sich die Demonstranten in Hongkong auch von sich aus direkt an das Ausland. Sie gehen auf Reisen und bitten weltweit um Hilfe.

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