Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Auf einer Kundgebung in Hannover demonstrierten zahlreiche Jesiden gegen die Terrorgruppe IS (Archiv vom 16.08.)
+
Auf einer Kundgebung in Hannover demonstrierten zahlreiche Jesiden gegen die Terrorgruppe IS (Archiv vom 16.08.)

Online-Petition für Jesiden

Holt die Jesiden raus!

Familie Seliem fordert per Online-Petition Asyl für Irak-Flüchtlinge, um sie vor dem Wahn der sunnitischen Extremisten zu retten. In nur fünf Tagen konnten sie 33.500 Unterstützer finden.

Hozan kann seit Tagen nicht mehr schlafen. „Ich will, dass meine Großeltern gerettet werden. Sie sind doch so krank. Und mein Onkel, der ist gar nicht transportfähig.“ Die Elfjährige weiß vor Angst nicht mehr ein noch aus. Gerade hat sie mal fünf Minuten mit Oma und Opa telefonieren können, die Verbindung war nicht gut. Hozans Verwandte sind irgendwo im Irak auf der Flucht vor den Gotteskriegern des „Islamischen Staats“. Hozan und ihre Familie sind Jesiden.

Die Jesiden sind eine kleine Religionsgemeinschaft, älter als das Christentum oder der Islam, beheimatet vornehmlich im gebirgigen Nord-Irak, wo im Lalisch-Tal auch ihr Hauptheiligtum steht, das Grab des Scheich Adi. Jeside wird man qua Geburt, es gibt keine Konversion, keine Missionierung. Deshalb leben weltweit höchsten 500.000 Jesiden, viele seit Jahren schon in der Diaspora, gerade auch in Deutschland.

Bahjat Seliem, Hozans Vater, verschlug es auch nach Deutschland. Mit Frau und drei Kindern kam der Elektroingenieur nach München, wo er heute als Busfahrer arbeitet, zwei weitere Kinder wurden im Exil geboren. Seine drei Ältesten sind auf dem Gymnasium. Er und Tochter Hozan haben zwei Demonstrationen organisiert, um auf die Gefahr für die Menschen im Nordirak aufmerksam zu machen. Alle in der Familie sammeln Spenden, um den flüchtenden Jesiden zu helfen.

Aufruf an Außenminister Steinmeier

Aber das alles reicht nicht, die Menschen müssen gerettet werden vor dem Wahn der sunnitischen Extremisten. Vor knapp einer Woche haben Hozan und Vater Bahjat deshalb einePetitiongestartet. In nur fünf Tagen konnten sie 33.500 Unterstützer finden – „und das sind lange nicht nur Jesiden“, sagt Bahjat. Er schätzt, dass sie bis Montag 50.000, vielleicht 70.000 haben werden.

Deutschland solle mehr jesidische Flüchtlinge aufnehmen, fordern sie. Außenminister Frank-Walter Steinmeier solle das Asyl-Kontingent erhöhen durch eine Einstufung des Irak als „Kriegsregion“. Die Seliems wollen alles versuchen, um ihre Verwandten, ihre Glaubensbrüder zu retten.

Im April sah Hozan ihre Großeltern im Irak zum letzten Mal; da war vom „Islamischen Staat“, von Todesangst und Flucht in der Familie Seliem noch keine Rede: „Da waren wir zwei Wochen bei ihnen; dort ist es wirklich sehr schön.“

Der Aufruf findet sich im Internet unter: www.change.org/jesiden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare