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Hohn und Kritik für DFB

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Von: Harry Nutt

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Der Präsident des DFB: Wolfgang Niersbach.
Der Präsident des DFB: Wolfgang Niersbach. © AFP

Die Vorwürfe der Korruption bleiben bestehen. Wie geht es weiter mit dem Sommermärchen?

Der Deutsche Fußballbund (DFB) hat nach den Veröffentlichungen im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ über mögliche Korruption bei der Vergabe der Fußball-WM 2006 nicht nur juristische Fragen zu klären. Der Verband muss auch Spott über sich ergehen lassen. Der Internetdienst „Meedia“ hat beim Europaabgeordneten und früheren Titanic-Chef Martin Sonneborn angerufen. Er lästert: „Ich möchte mich nur beim DFB für die gute Zusammenarbeit bedanken … Wir haben Charles Dempsey mit Bestechungsfaxen verwirrt und der DFB hat die vier asiatischen Stimmen gekauft. Wir haben zusammen 6 700 135 Euro investiert, 6,7 Mio. der DFB und wir 135 Euro für den Bestechungskorb mit Schwarzwälder Schinken und Kuckucksuhren … Die Investition hat sich für alle gelohnt.“

Nüchtern schreibt Ulrich Rüttenauer in der „taz“: „Jetzt, da deutlich wird, dass der DFB Geldtransfers in Millionenhöhe getätigt hat, die er sich selbst nicht recht erklären kann und die er intern überprüfen lassen will, obwohl er behauptet, dass sie korrekt gewesen seien, wird das kaum mehr einer denken. Die Story vom Waffendeal als Teil eines Sportdeals wird noch oft zu lesen sein. Gut so! Wolfgang Ich-kann-mich-nicht-erinnern Niersbach, der sich vielleicht vor ein paar Tagen noch als möglicher Chef der Uefa gesehen hat, wird wohl nicht weiter Karriere machen im Fußball. Das sogenannte Sommermärchen, das viele jetzt als beschmutzt bezeichnen, lässt sich indes nicht ungeschehen machen. Wenn der DFB wirklich sauber geblieben wäre, der angeblich so unverkrampfte Nationalrausch in Schwarz-Rot-Gold wäre uns erspart geblieben – ein bitterer Nebenaspekt in diesem Fall.“

Auf „Domradio.de“ kommentiert Bruder Paulus Terwitte die möglichen Verfehlungen der Fußballgötter. „Auch der Deutsche Fußballbund steht im Abseits auf dem Spielfeld der Werte. Traurig komisch: Man traute nicht dem Spiel der Meinungen, sondern meinte, Nachhelfen zu müssen.“ Aber über die bloße Kritik hinaus gilt es auch, ein christliches Gebot zu beachten, das Bruder Paulus so formuliert: „Niemand sollte sich hier zu schnell erheben und Steine werfen. Kirche und Staat, Verein oder Firma: Wo Menschen sind, sollten sie einander vertrauen können. Und müssen doch damit rechnen, dass nicht alle mit ehrlichen Bandagen spielt. Deshalb braucht es in allen Institutionen klare Regeln für den Wechsel in der Verantwortung. Dafür wurden einst Monarchien abgelöst in schmerzlichen Revolutionen. Weil wir Menschen um unsere Versuchbarkeit wissen. Weil längst nicht alle die moralische Integrität besitzen, Macht als Vollmacht und Dienst zu verstehen. Deshalb brauchen wir den Wechsel mit System: Wahlen, Wahlperioden und Satzungen, die dafür sorgen, dass die gleichen Leute nicht zu lange an den gleichen Stellen sitzen.“

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