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Kinder in einem Flüchtlingscamp für Menschen aus Idlib.

Pufferzone um Idlib

Ein hoffnungsvolles Signal, mehr nicht

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Die Pufferzone für Idlib verdient trotz aller Zweifel eine Chance. Auch wenn offen ist, wie die Türkei ihren Teil der Abmachung einhalten will. Ein Kommentar.

Der Plan klingt zunächst gut. Eine 15 bis 20 Kilometer tiefe Pufferzone rund um Idlib soll entstehen. Die schweren Waffen sollen abgezogen werden. Die Dschihadisten, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehen, sollen verschwinden. So wollen Russlands Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan ein erneutes Massaker im Syrien-Krieg abwenden.

Insofern ist der Plan Putins und Erdogans ein hoffnungsvolles Signal, mehr aber nicht. Denn was zunächst gut klingt, muss nicht zwangsläufig funktionieren und zu einem Erfolg werden. Dies ergibt sich angesichts der vielen gebrochenen Waffenruhen im Syrien-Krieg.

Wie es die Türkei schaffen will, ihren Teil der Abmachung mit Russland einzuhalten, ist völlig offen. Erdogan soll dafür sorgen, dass die radikal-islamistischen Terroristen aus der Region Idlib verschwinden. Dass das auf dem Verhandlungsweg gelingen kann, ist eher unwahrscheinlich.

Wahrscheinlicher ist es, dass die Hoffnung schnell verfliegt, und es den Menschen in Idlib ähnlich ergehen wird wie jenen in Aleppo oder Ost-Ghouta. Dort sah es auch erst danach aus, als könnten Massaker verhindert werden. Aber dann kam es doch ganz anders. Trotz aller Skepsis sollte dieser Plan eine Chance bekommen.  

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