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Idyllische Berglandschaft. Aber Vorsicht: Schweiz!
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Idyllische Berglandschaft. Aber Vorsicht: Schweiz!

Kolumne zur Schweiz

Hoffnungsloses Alpenvolk

  • Stefan Behr
    VonStefan Behr
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Der einzelne Schweizer mag therapierbar sein. Die Gesamtheit ist es nicht. Da hilft auch keine Alpen-Romantik.

An dieser Stelle verherrlichte der ansonsten hochgeschätzte Kollege Michi Herl vor wenigen Tagen den Schweizer, weil dieser keine Autoindustrie habe. Das stimmt sogar. Dennoch ist die Haltung Herls typisch für eine Gesellschaft, die sich aus Furcht und falsch verstandenem Humanismus vor der aggressiven, integrationsunwilligen Bevölkerung eines Zwergstaates ohne Not auf die Knie wirft.

Wenn die Schweiz es in die deutschen Medien schafft, dann immer wieder mit Berichten über die possierlichen Eigenheiten des Bergvolkes: mangelnde Körperhygiene („Badi-Verbot“), Missstände im Dienstleistungs-Sektor („Täschli-Gate“), stets versehen mit niedlichen Namen, die nach Alpen-Romantik klingen.

Die Wirklichkeit sieht anders aus. Recht und Ordnung sind dem Schweizer wesensfremd. Man mag das als geschichtliche Konsequenz sehen: Der einzige Volksheld der Schweiz ist ein gewisser Wilhelm Tell, den man nach heutiger Rechtsauffassung durchaus einen Terroristen heißen darf und dessen Freizeitvergnügen darin bestand, mit der Armbrust auf kleine Kinder, bevorzugt die eigenen, zu schießen.

Sein eigenes Land lässt der Schweizer verkommen. Das Matterhorn etwa, einer der markantesten Gipfel der Alpen, gammelte unbeachtet vor sich hin, bis es von dem Engländer Edward Whymper 1865 touristisch erschlossen wurde. Ein Beispiel von vielen. So wenig pfleglich wie mit seinem eigenen Land geht der Schweizer allerdings auch mit Fremden um. Nicht ohne Folgen. „Die Schweizer kommen!“– schallt dieser Schreckensruf durch deutsche Lande, dann nimmt die einheimische Bevölkerung in Panik die zum Trocknen aufgehängten Geldscheine von der Leine.

Die Justiz schaut zu

In Ermangelung eigener Wirtschaftskompetenzen finanziert sich die Schweiz zu großen Teilen aus Wegelagerei („Vignetten-Zwängli“) und organisierter Kriminalität („Bänkli-Geheimnis“). Viele Schweizer nutzen für diese Aktivitäten vor allem im Ausland bereits bestehende parakriminelle Strukturen, etwa den berüchtigten Banken-Komplex. Eine offizielle Statistik über den prozentualen Anteil von Schweizern in Banken-Vorständen gibt es nicht. Aber man muss ja nur mal hingucken!

Die Justiz schaut tatenlos zu. Legendäre Ausnahme ist ein Urteil des Landgerichts Frankfurt aus dem Jahr 1993 (Az: 2/24S341/92), das 40 deutschen Passagieren eines Karibik-Kreuzfahrtschiffes, das von Schweizer Folklore-Vereinen gekapert worden war, zumindest eine 40-prozentige Reisekostenrückerstattung zusprach – gerade in der Karibik seien tägliches Alphornblasen, Fonduefuttern und Borddurchsagen auf Schwyzerdütsch unzumutbar. Ein Einzelfall. Ansonsten genießt der Schweizer in der deutschen Rechtsprechung Narrenfreiheit: Erst kürzlich verurteilte das Frankfurter Amtsgericht einen Luzerner Buchhalter trotz erwiesener Untreue lediglich zu einer Bewährungsstrafe.

Der einzelne Schweizer mag therapierbar sein. Manche erlernen gar eine anerkannte europäische Sprache (Max Frisch) oder gehen einer geregelten Arbeit nach (DJ Bobo). Die Gesamtheit ist es nicht. Eine mögliche Lösung des Problems präsentiert die Schweiz überraschenderweise selbst. „Der fehlbare Ausländer kann weggewiesen werden“, prangt in deren „Ausländerausweisen“. Aber das ist in einem Rechtsstaat leider nicht möglich.

Stefan Behr ist FR-Gerichtsreporter.

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