Sexismus sollte auch in Bierzelten tabu sein.
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Sexismus sollte auch in Bierzelten tabu sein.

Kommentar

Da hört der Spaß auf

  • vonAndreas Sieler
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Warum die Donaulied-Debatte angebracht und längst überfällig ist. Ein Kommentar.

Die von Passauer Studierenden angeregte Debatte hat ganz offensichtlich den Nerv vieler getroffen, die sich schon länger am Donaulied stören. Nimmt man die Zahlen der Petitionen zum Maßstab, wird klar: Es gibt zwar auch Befürworter des Liedes, aber sie sind klar in der Minderheit. 

Und doch kann diese Minderheit in den Bierzelten ihre (sexistische) Version von Spaß und Geselligkeit nahezu ungebremst ausleben. Somit ist die um das Donaulied angefachte Debatte nicht nur angebracht, sondern überfällig. Denn es gibt kein wirklich gutes Argument, warum dieses Lied weiter in Festzelten gesungen werden sollte. Es gehört verbannt, und zwar bundesweit. Denn bei der Verherrlichung einer Vergewaltigung hört der Spaß auf. Sie ist durch nichts zu rechtfertigen, auch nicht durch vermeintliche Tradition.

Und vor allem: Gewaltverherrlichung und Sexismus, die diekritisierte Version des Donauliedes aufs Unangenehmste vereint, sollten nicht nur in Festzelten tabu sein. Das ist die Debatte, um die es eigentlich geht. In diesem Fall ist der Auslöser eben ein Lied. Man könnte auch sagen: glücklicherweise nur ein Lied.

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