Stasi-Unterlagen

Historisches Votum

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Der Bundestag verändert die Stasi-Unterlagenbehörde, erhält sie aber - und das ist gut so. Der Kommentar.

Der Bundestag hat knapp 30 Jahre nach dem Mauerfall das Ende der Stasi-Unterlagenbehörde in ihrer bisherigen Form beschlossen. Das Votum ist historisch – und mit den Vokabeln richtig oder falsch kaum zu fassen.

Die Stasi, also das Ministerium für Staatssicherheit, die Geheimpolizei der DDR, steht seit langem nicht mehr im Fokus der Öffentlichkeit. Gleichwohl stellen jährlich immer noch Zehntausende Anträge auf Akteneinsicht. Da geht es um Entschädigungen, die Neugier Spätgeborener oder den Mut zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben, den manche erst mit einem größeren zeitlichen Abstand finden. Mark Twain wird ja der Satz zugeschrieben: „Vergangenheit ist, was nicht mehr wehtut.“ Er trifft auf die DDR-Vergangenheit nicht zu.

Ohnehin wird die Behörde nicht geschlossen. Die Akten gehen ins Bundesarchiv über, wo sie auch nach 2021 zugänglich sein werden. Was bleibt, ist ein Phantomschmerz bei jenen, die einst die Stasi-Zentrale stürmten und dafür sorgten, dass die weltweit einmalige Stasi-Unterlagenbehörde überhaupt existiert.

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