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Chinas Machthaber wollen ihr effizientes, autoritäres System als den westlichen Demokratien überlegen darstellen.

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Spitzel-Hilfe inklusive

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Der Internetkonzern Huawei unterstützt afrikanische Autokraten beim Verfolgen von Kritikern - die Schattenseite von Pekings auch positivem Engagement. Ein Kommentar.

Der chinesische Drache zeigt sein wahres Gesicht. Seit zwei Jahrzehnten gibt das Reich der Mitte sein Engagement in Afrika als antikoloniale Bruderhilfe aus – tatsächlich haben Chinas Investitionen dem Erdteil mehr geholfen als die fast 60 Jahre überwiesenen Billionen an Entwicklungshilfe. Wenn Afrika an der Schwelle zu einer neuen Zukunft steht, liegt das vor allem an Peking. Darüber kann die antichinesische Propaganda im Westen nicht hinwegtäuschen.

Doch Pekings Zuwendung hat einen Preis – und den hat die Bevölkerung in der Währung ihrer Freiheit zu bezahlen. Chinas Machthaber wollen ihr effizientes, autoritäres System als den westlichen Demokratien überlegen darstellen: Afrikas Autokraten sind begeistert und machen eifrig von Chinas Überwachungstechnologie Gebrauch. Das funktioniert jedoch nur, solange das Volk mit Wirtschaftswachstum zufriedengestellt wird. Bleibt das aus, werden die Autokraten wie im Sudan weggefegt. Peking selbst ist derzeit vor der Haustür auf die Probe gestellt: Wird der Aufstand in Hongkong gewalttätig zerschlagen, hat es Big Brother auch in Afrika vergeigt.

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