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Bezog neben seinem Gehalt als Gewerkschaftschef weiter ein Gehalt als Polizeihauptkommissar: Rainer Wendt.

Rainer Wendt

Die heuchelnde Law-and-Order-Sirene

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Polizei-Gewerkschaftschef Rainer Wendt hat sich ausführlich über den Sparkurs bei der Polizei beschwert, nur bei seinem eigenen Gehalt nimmt er es nicht so genau. Er sollte Konsequenzen ziehen, aber auch die Politik muss sich äußern. Ein Kommentar.

Rainer Wendt hat sich in den zehn Jahren als Chef der Polizeigewerkschaft nicht nur den Ruf erarbeitet, ein CDU-Mitglied mit geschlossenem AfD-Weltbild zu sein. Niemand beklagt so dröhnend wie Wendt das vermeintliche Kaputtsparen der Polizei, niemand prophezeit so dumpf den nahenden Untergang des deutschen Rechtsstaats – Wendt ist die permanent jaulende Sirene des Law-and-Order-Gedankens.

Nun hat sich aber ergeben, dass Wendt persönlich von den Sparmaßnahmen nicht betroffen war – seit Jahren bezog er die Besoldung eines Hauptkommissars, obwohl er nur für die Gewerkschaft arbeitet. Auch hat er zu Recht und Gesetz eher ein taktisches Verhältnis: Gegenüber einem ARD-Fernsehteam bestritt er dreimal, das Gehalt zu beziehen, ehe er sich doch noch zur Wahrheit bequemte. Mit anderen Worten: Wendt hatte gelogen und ist damit als Heuchler überführt. Er sollte die Konsequenzen ziehen.

Auf einem anderen Blatt steht, warum Wendt die offenkundig unbegründete Besoldung gewährt worden ist. Sie wurde einst unter einem nordrhein-westfälischen CDU-Ministerpräsidenten und einem FDP-Innenminister bewilligt, der heutige SPD-Innenminister hat die Praxis stillschweigend geduldet. Zum Vorwurf der Untreue werden sich alle drei äußern müssen.

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