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Helfen – trotz Taliban

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Von: Daniela Vates

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Trauer um Erdbeben-Opfer in dem Dorf Gayan: Wer an der Macht ist, ist unerheblich.
Trauer um Erdbeben-Opfer in dem Dorf Gayan: Wer an der Macht ist, ist unerheblich. © Ebrahim Noroozi/dpa

Wer an der Macht ist, ist unerheblich, denn es geht bei der notwendigen Hilfe für Afghanistan nicht um die Taliban, sondern um die Menschen. Ein Kommentar.

Die Katastrophe in Afghanistan war schon da, bevor die Erde bebte. Es gibt Dürren, Missernten, die Wirtschaft ist kollabiert. 20 Millionen Menschen hungern. Das ist die Hälfte der Bevölkerung. Die Taliban, die die Herrschaft an sich gerissen haben, beschneiden Freiheit und Menschenrechte. Das Land braucht Hilfe.

Wer an der Macht ist, ist unerheblich. Es geht bei der Hilfe nicht um die Taliban und die Regierungsform, sondern um die Menschen des Landes, die Afghaninnen und Afghanen. Auch Syrien und Nordkorea bekommen humanitäre Hilfe, obwohl die totalitären Regime dort alles andere als unterstützenswert sind.

Dass die Hilfe, auch wenn sie direkt an die Bedürftigen fließt, brutale Potentaten zumindest mittelbar unterstützt, weil sie deren Land zumindest ein Stück stabilisiert, muss in Kauf genommen werden. Das Gegenteil – wegschauen, hungern und sterben lassen – ist keine Option. Bitter ist die Erkenntnis, dass es eine Katastrophen wie ein Erdbeben mit Hunderten Toten zu brauchen scheint, damit sich die Aufmerksamkeit wieder auf das Land richtet. Schon Monate nach dem Abzug der internationalen Truppen war es aus dem Fokus geraten.

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