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Wenn das Klima der Welt geschützt werden soll, reicht es nicht, wenn nur wohlhabende Staaten mitmachen. Auch Entwicklungsländer brauchen nachhaltige Technik.
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Wenn das Klima der Welt geschützt werden soll, reicht es nicht, wenn nur wohlhabende Staaten mitmachen. Auch Entwicklungsländer brauchen nachhaltige Technik.

Gastbeitrag

Handys laden in Kenia

Die Plattform P4G fördert umweltpolitische Kooperationen. Dafür vermittelt sie zwischen Staaten, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Eines der großen Probleme, mit denen Afrika zurzeit konfrontiert ist, ist der Energiemangel. In einigen Regionen ist man stundenlang unterwegs, um sein Handy aufladen zu können. Oftmals schicken Eltern ihre Kinder zu Ladestationen, die nicht selten in entgegengesetzter Richtung zur Schule liegen. Infolgedessen verpassen viele Kinder einen Großteil des Unterrichts.

In einer Schule in einem abgelegenen Ort in Kenia steht seit 2018 eine solarbetriebene Ladestation. Wegen ihres kuhförmigen Aussehens wird sie „Solar Cow“ genannt. Die Schülerinnen und Schüler dieser Schule müssen nun keine kilometerlangen Umwege mehr zurücklegen, um die Handys aufzuladen. Nach dem Unterricht können die Kinder die geladenen Handys mit nach Hause nehmen.

So konnte die Anwesenheitsquote der Schülerinnen und Schüler um zehn Prozent gesteigert werden. Der Solarstrom wird kostenlos zur Verfügung gestellt und reicht aus, um ein Handy aufzuladen und eine Lampe vier Stunden lang mit Strom zu versorgen. In der Kategorie „Social Good“ kürte das Magazin „Time“ die Solar Cow zu einer der 100 besten Innovationen 2019.

In Ruanda baute ein Unternehmer einen Solarkiosk, an dem die Landbevölkerung ihre Akkus kostengünstig und klimafreundlich aufladen kann. Der Gründer dieses Kiosks etablierte damit nicht nur ein Geschäftsmodell, sondern schuf auch Arbeitsplätze.

Die Solar Cow konnte dank eines südkoreanischen Start-ups im Rahmen des P4G Partnership Funds realisiert werden. Das Beispiel des Solarkiosks wurde durch das von der deutschen Regierung unterstützte Programm der Klimapartnerschaft zwischen deutschen und afrikanischen Firmen gefördert.

Weltweit betonen Regierungen, zivile Organisationen und viele Menschen die Herausforderungen, die sich mit dem Klimawandel stellen. Sie alle eint das Bemühen um umweltfreundliche Gegenmaßnahmen. Ob auf der großen internationalen Bühne, wie das Pariser Abkommen von 2015, oder in lokalen Initiativen, auf allen Ebenen werden Ideen diskutiert, wie der Klimawandel zu stoppen ist. Klimaschutz ist zum Zeitgeist geworden.

Zum Autor

Chang Rok Keum ist Generalkonsul der Republik Korea in Frankfurt.

Allerdings ist es wichtig, dass die verschiedenen Maßnahmen, die zum Schutze des Klimas diskutiert werden, nicht auf die Industrieländer beschränkt bleiben, sondern alle Länder umfassen. Die praktischen Aufgaben der Regierungen und der Zivilgesellschaft dürfen nicht auseinanderlaufen, sondern müssen organisch verbunden werden. Die Regierungen, die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft müssen zusammenarbeiten und sich geschlossen den Herausforderungen durch den Klimawandel stellen.

Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen wurde 2017 Partnering for Green Growth and Global Goals 2030 – kurz P4G – ins Leben gerufen. Diese Plattform vermittelt zwischen Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft und fördert so umweltpolitische Kooperationen.

Ein Fokus liegt dabei auf den Entwicklungsländern. Um die Maßnahmen effektiv zu etablieren, müssen Regierungen die politischen Weichen stellen und das Startkapital zur Verfügung stellen. Die Wirtschaft setzt durch Investitionen diese Vorgaben um, wobei die Zivilgesellschaft mit innovativen Ideen und Monitoring diesen Prozess begleitet.

Der zweite P4G-Gipfel wird am 30. und 31. Mai 2021 in Seoul stattfinden. Erwartet werden Staatsoberhäupter und Regierungschefs aus zwölf Ländern sowie Vertreter verschiedener internationaler Organisationen, Unternehmen und Zivilorganisationen. Zwar wird Deutschland keinen offiziellen Partner entsenden, aber Bundeskanzlerin Merkel wird per Videoschalte an der Leaders’ Session teilnehmen.

Die Republik Korea, die sich von einem hilfsbedürftigen Nehmerland zu einem hochdigitalisierten Geberland entwickelt hat, war das erste Land, das die 5G-Technologie kommerziell eingeführt hat. Die koreanische Regierung hat sich mit ihrem Green New Deal zum Ziel gesetzt, die Klimaneutralität für Korea bis 2050 zu erreichen.

Aufgrund seines Werdegangs von einem armen Agrarland zu einer technologisch hoch entwickelten Nation kann Korea in der Frage des Klimawandels eine Brücke zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern bilden. Als Gastgeber des P4G 2021 will es der internationalen Gemeinschaft praktikable Visionen für eine klimaneutrale Wirtschaftsweise vorführen.

Deutschland hat stets großes Interesse für den Umweltschutz gezeigt und die Entwicklungsländer in dieser Hinsicht unterstützt. Von daher wäre es von großer Bedeutung, dass Deutschland den diesjährigen P4G-Gipfel intensiv mitverfolgt.

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