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Panzer der syrischen Armee in Duma.

Syrien

Ein halbes Dutzend Kriege

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US-Präsident Donald Trump möchte das Kapitel Syrien ad acta legen. Damit macht er alles nur noch schlimmer. Unser Kommentar.

Syriens Krieg ist in Wirklichkeit ein halbes Dutzend Kriege. Jeder Akteur folgt einer eigenen Agenda. Das macht die Lage immer wirrer und explosiver. Das zeigen die vergangenen Tage. Zunächst drohten Washington und Paris nach dem Giftgas-Massaker in Ost-Ghouta dem Assad-Regime. Kurz darauf folgte ein F-15-Einsatz, der einer abgelegenen syrischen Waffenbasis galt. 

Spätestens seit den Dementis aus Frankreich und den USA ist klar, dass es hier um eine andere Front geht, nämlich die zwischen Israel und Iran. Für Israel werden die Signale ihres Hauptverbündeten im Weißen Haus immer widersprüchlicher. Vor einigen Tagen wollte Donald Trump alle US-Truppen aus Syrien abziehen und damit Iran und Russland endgültig das Feld überlassen. Seit dem Wochenende dagegen droht er wieder mit einem massiven militärischen Eingreifen, um die syrische Bevölkerung vor künftigen Giftgas-Attacken zu schützen. 

Unter dem Strich jedoch hat der US-Präsident keine Strategie. Trump möchte das Kapitel Syrien irgendwie ad acta legen – und macht dadurch alles nur schlimmer. 

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