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Wer mehr Leute zum Umstieg vom Auto aufs Fahrrad bewegen will, muss etwas dafür tun: Fahrradparkhaus im schwedischen Malmö.

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Gute Blaupause

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Die Bundesregierung hat das Thema Klima und Verkehr ein Vierteljahrhundert links liegen gelassen. Das rächt sich nun, weil die Zeit zum Umsteuern immer knapper wird.

Mobilität ist Segen. Aber auch Fluch. Das Umweltbundesamt legte jüngst den Finger in die Wunde. „Wenn sich im Verkehrssektor nicht bald etwas bewegt, werden wir unsere Klimaschutzziele verfehlen“, warnte Behördenchefin Maria Krautzberger. Sie forderte, das Dieselsteuerprivileg und die anderen Subventionen schrittweise abzuschaffen, die das Verkehrswachstum auf der Straße anheizen und sich auf satte 28,6 Milliarden Euro im Jahr summieren.

Auch der neue Thinktank „Agora Verkehrswende“ hat diese Forderungen im Programm. Doch seine jetzt vorgelegte Blaupause für ein zukunftsfähiges Mobilitätssystem macht vor allem klar: Die – längst überfällige – Wende in diesem Sektor muss ungleich breiter angelegt werden als die Wende bei der Elektrizität. So ist die von der Bundesregierung beschworene E-Mobilität zwar besser als Rußschwaden hinterm Auspuff, aber kein Allheilmittel. Neben einer Justierung der Kostenschraube braucht es bessere öffentliche Verkehrsmittel, eine intelligente Vernetzung der Verkehrsträger, Verkehrsvermeidung und viele andere Veränderungen.

„Agora Verkehrswende“-Direktor Hochfeld fordert zu Recht: „Die Politik ist jetzt gefordert, die richtigen Weichenstellungen vorzunehmen.“ Sie hat das Thema Klima und Verkehr nämlich ein Vierteljahrhundert links liegen gelassen. Das rächt sich nun, weil die Zeit zum Umsteuern immer knapper wird.

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