USA

Gruseliges Erfolgsrezept

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Donald Trump stachelt via Twitter zu Demos gegen die strengen Schutzmaßnahmen der demokratischen Gouverneure auf. Doch das könnte ihm bei der Wahl im November sogar helfen. Der Kommentar.

Man stelle sich vor, die Bundesregierung erstellte Richtlinien zur Lockerung der Corona-Maßnahmen. Angela Merkel würde fordern, alle Bundesländer müssten jetzt zum Alltag zurückkehren, um die Wirtschaft anzukurbeln – und dann die zögernden Landesregierungen als freiheitsfeindlich beschimpfen und die Bevölkerung zu Protesten anstacheln. Als Regierungschefin hätte sie sich unmöglich gemacht.

In den USA twittert Donald Trump „Befreit Michigan!“ und „Befreit Minnesota!“, ruft zu Demos gegen die strengen Schutzmaßnahmen der demokratischen Gouverneure auf und verweist auf das Recht, Waffen zu tragen. Wer aber denkt, damit habe er seine Chance auf eine Wiederwahl im Herbst verspielt, könnte irren.

In Umfragen wird in den USA Aktionismus oft belohnt, auch blinder. In jeder Krise geht es um Sichtbarkeit, so dass die Regierenden ohnehin im Vorteil sind. Kommt nun noch hinzu, dass im November die – traditionell besser informierten – Anhänger der Demokraten aus Angst vor Krawallen und Ansteckung den Gang zur Wahlurne scheuen, profitiert am Ende doch Trump. 

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