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ADie Grünen wollen eine neue Querung des Nord-Ostsee-Kanals. Foto: C. Rehder

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Die Grünen auf schmalem Grat

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Der Siegeszug der Grünen scheint unaufhaltsam, doch können sie sich langfristig dem Schicksal aller erfolgreichen Parteien entziehen? Ein Kommentar.

Der Siegeszug der Grünen scheint unaufhaltsam. In den Umfragen liegt die Partei stabil über 20 Prozent. Sie hat damit die SPD hinter sich gelassen und ist der Union auf den Fersen. Am Wochenende wählten Europas Grüne die Brandenburgerin Ska Keller zu ihrer Spitzenkandidatin.

Ein Grund für den Erfolg ist das Vordringen der Grünen in die Mitte der Gesellschaft. Dies belegen steigende Mitgliederzahlen, die Sprengung von Milieugrenzen bei der Wahl in Bayern sowie die Umfragewerte. Zwischen dem Anspruch, in die Mitte der Gesellschaft auszustrahlen und es allen recht machen zu müssen, verläuft aber ein schmaler Grat. Möglich, dass die Grünen bald dastehen wie die Sozialdemokraten – eine Partei, deren Profil verschwimmt.

Überdies wird der Erfolg die Grünen in jene Personalisierung zwingen, die sie seit Gründung mit der Trennung von Amt und Mandat vermeiden wollen. Es wäre unsinnig, heute auf das Richtige zu verzichten, weil es übermorgen Nachteile bringen könnte. Aber langfristig droht den Grünen, was erfolgreichen Parteien geschehen ist: Sie werden Opfer des Erfolgs. 

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